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Als Genf sechs Wochen nachher sein Reformations-edikt bekannt machte, erregte es neue Stürme. EinigeTage lang sah man nichts, als bestürzte, herumirrendePriester, von denen die Einen bei ihren Mitbrüdern denletzten Rath sich holten, die Andern die Stadt verließen,um bei den Bewohnern der Umgegend einen Kreuzzuggegen Genf zu predigen. Die armen Schwestern zu St.Claire, welche die Mauern ihres Klosters verlassen mußten,nahmen das Interesse einen Augenblick in Anspruch. Seiteinigen Monaten lebten sie in so großer Angst, daß keinedie andere anschauen konnte, ohne daß ihr der Muthentsank. Man hatte sie gezwungen, der Disputation bei-zuwohnen, ohne darauf zu achten, wie sie klagten, „me seieine Frau zu einem Religionsgespräch gerufen worden,eben so wenig, als um Zeugniß zu geben." Die armenFrauen hatten sagen kören, die Reformirten kämen, undwollten sie Alle heirathen. Auf dieses Geschwätz hatten siesich versammelt, und auf den Knieen geschworen, denGlauben zu bewahren. Zuletzt erhielten sie die Erlaubniß,wegzuziehen. Nachdem sie noch das Oe prokunllis ge-sungen und den heiligen verstorbenen Müttern ein letztesLebewohl gesagt hatten, zogen sie paarweise, verschleiert, intiefer Stille, unter vielen Thränen und Bekreuzigungen aus.Dreihundert Bogenschützen hielten das Volk von ihnenentfernt, das sich auf der Straße drängte. Die Herrendes Raths begleiteten sie bis zur Arvebrücke. Es war einErbarmen, ihre Schwächlichkeit während des Zuges an-zusehen, und wie sie, an die freie Luft nicht gewöhnt,jeden Augenblick in Ohnmacht fielen, Kühe für Bärenund wollige Lämmer für reißende Wölfe ansahen. Siebrauchten fünfzehn Stunden Zeit, um eine Stunde Wegeszurückzulegen. Welche Freude aber, als sie auf savoyischemGebiete anlangten! Welche Sorgfalt! welche Ehrenbe-