Band 
Erster Theil.
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Zur Zeit dieser Unterhandlungen war Rudolf Nageltzu Genf der Vertreter der Herren von Bern , und be-mühte sich, die Feindseligkeiten aufzuhalten. Er war Zeugeder Leiden der Bürger und ihrer edeln Haltung. Schonmangelte das Holz, das Salz; bald mußte das Getreideausgehen. Der See, über den die Genfer Zufuhr er-hielten, war ihnen durch eine kleine Flotte gesperrt worden.Doch jeder Tag mit seinen neuen Entbehrungen erhöhteder Bürger Muth und Begeisterung. Die tolle Stadt,die bisher nur durch ihre Messen, ihre zahlreichen Gast-häuser und ihr ausgelassenes Leben bekannt war, gürtetesich jetzt wie eine Amazone; sie vollendete die Schleifungihrer langen Vorstädte, verschanzte sich mit Wällen, undgewann das Ansehen und den Stolz eines edeln Kriegs-platzes. Alle Herzen schlugen nur für die Rettung Genfs ,verlangten nichts als deS Evangeliums Triumph. Deranfängliche Uebermuth des patriotischen Aufschwungs warzu einem täglich ernsteren Geiste gereift. Die Soldatenunterzogen sich der Zucht, die Bürger der Ordnung.Der Charakter veredelte sich; die Seele bildete sich zurwahren Freiheit aus. Diesen männlichen Tugenden ge-sellten sich sanftere bei. Claude Pasta, einer der ersten,die sich dem Evangelium hingegeben, hatte es durchgesetzt,daß das Frauenklvster von St. Claire in ein Spitalverwandelt wurde, und schenkte demselben nun Alles,waS er besaß, sein Geld, seine Güter; ja seine Frau under selbst versahen darin den täglichen Dienst. Andereahmten dieß Beispiel nach; und da der Rath die Kirchen-güter zur Unterstützung der Dürftigen überließ, soblieben auch die Aermsten, ungeachtet der Hungers-noth , nicht ohne Brod. Als es an Geld für denSold der Kriegsleute gebrach, glaubte man am bestenzu thun, solches selbst zu schlagen. Man erinnerte sich,