währten einen sehr verschiedenen Anblick. Zedermann hatdie Kriege des alten Roms gelesen; man erinnert sich,wie die asiatischen Haufen oder die leichte Reiterei derGallier gegen die Mannszucht der Legionen stürmten:ein ähnlicher Gegensatz tritt uns hier vor die Augen.Auf der einen Seite Compagnien von Söldnern undtumultuarische Schwärme von berittenem Adel, aufder andern Seite ein Volk von Landleuten, zu einemkriegerischen Ganzen gebildet. Ein Jahrhundert früherhätte auch Bern das Bild eines mittelalterlichen Lagersdargeboten; damals bestand sein Heer aus Adeligen, Bür-gern und Bauern, die ihm mit verschiedenen Verpflich-tungen dienten. Die Mehrzahl war ihm nur währendacht Tagen, auf eigene Kosten, Waffenhülfe schuldig.Seither hatte es sich bemüht, sie einer allgemeinen Ord-nung zu unterwerfen. Zu diesem Zwecke hatte es vonKaiser Sigmund das Recht erworben, eine Kriegssteuervon seinen Unterthanen zu erheben, und sein Heer inseinen Sold genommen. Alle Angehörigen der Republik waren auf diese Weise seine unmittelbaren Vertheidiger,seine Besoldeten, seine Soldaten geworden. Selbst dieLeibeigenen hatten zum allgemeinen Erstaunen sich mitdem Helm und dem schweren Panzer bedeckt; die Leib-eigenen, mit Hellbarten bewaffnet, hatten die Reihen derKrieger vor ihnen sich öffnen gesehen. Durch sie hatteBern bei Murten gesiegt. Ihrer Verstärkung verdankte esdie Stadt, Laß sie in den Burgunder Kriegen sichrühmen konnte, zwanzig tausend Streiter aufzustellen;dieß war auch jetzt die Zahl, die sie unter die Waffenrufen konnte.
Von Liesen zwanzigtausend Soldaten verlangte Bern sechstausend. Gewöhnlich stellte jede Feuerstätte dem Staateeinen Vertheidiger, und das Loos bezeichnete darunter