faltet wurde, eben so gerecht als furchtlos sich zu zeigen.Der Krieger schwur, so nahe als möglich beim Bannerzu bleiben ; auch verwundet den Kampf nicht zu verlassen;nicht zu plündern, ohne daß es die Hauptleute erlaubthatten, und diesen die Beute zu überlassen, damit gleich-mäßige Vertheilung möglich sei. Gotteslästerung, Schwüreund Schimpfreden wurden strenge bestraft. Die empfind-lichste Züchtigung erlitt der Krieger, der uneingedenk,daß der Ewige die Kirchen zu seiner Wohnung erwählt,und daß er die Frau das Menschengeschlecht zu mehrenund zu ergänzen bestimmt hat, an einer Frau sich vergriff,oder zerstörend m eine geweihte Stätte drang Dieswaren die Gesetze, die Machiavel bewunderte, und welche dasAusland in Erstaunen setzten, als ihnen die Schweizer durch ihre Siege bekannt wurden. Aber diese Gesetze hattendie burgundischen Kriege nicht überlebt. Ruhm, Reichthum,Intriguen, die neue Art der Kriege, die meistens umSold und fast immer außer den Grenzen der Eids-genossenschast geführt wurden, hatten mit den alten Sittenauch die alte MannSzucht untergraben. Noch ein Um-stand hatte dieses Sittenverderbniß befördert. Zuweilenwarb man ehemals, besonders für ferne Kriege, Freiwilligean, um die Familien nicht ihrer Stützen zu berauben. DieFreiharste waren der Mannszucht des Heeres nicht unter-worfen: alles drängte sich darum zur Aufnahme. Sie be-standen aus Leuten, die den Krieg um des Krieges willenliebten, aus den kühnsten, aber auch den unbändigstenSoldaten. Sie bildeten meistens die Vorhut. Die erstenin der Gefahr, gelangten sie bald überall am ehestenzur Beute. Es waren eigene Armeen neben der Armee
29) Johannes v. Müller. — d. Rodt, Geschichte des Werner. Kriegs-wesens, II.