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Sollte Bern also noch einmal seine Truppen, wieeinen verheerenden Strom, über das Waadtland aus-gießen? Seine Politik, wie sein Name einer reformirtenStadt, verwiesen es auf ein anderes Benehmen. DerErfolg des Feldzuges hing davon ab. Nur eine edel-müthige Behandlung konnte das Waadtland die Greuelder früheren Feldzüge vergessen machen, einem Auf-stande vorbeugen, und, sollte Eroberung die Frucht desUnternehmens sein, zu der Anhänglichkeit des Volkes anneue Herren und eine neue Ordnung der Dinge denGrund legen. Bern war zu jeder Hoffnung berechtigt,doch nur unter der Bedingung, daß es strenge die al-ten militärischen Sitten wieder einführte. Es suchte zudiesem Ende einen Mann, der mit Kriegserfahrung denTakt und die Volksthümlichkeit verbände, die beideeinem Anführer von Milizen unentbehrlich sind; einenFeldherrn, dem es ausgedehnte Vollmacht, das einzigeMittel, eine zerrüttete Mannszucht wiederherzustellen,anvertrauen dürfte; einen frommen Kriegsmann, derwürdig wäre, die Soldaten einer christlichen Stadt zubefehligen; es fand ihn in Franz Nägeli. Als derSohn eines der ausgezeichnetsten Anführer schweizerischerTruppen, hatte Nägeli frühzeitig sein Leben in Lagernzugebracht. Seine erste Waffenprobe legte er 1521 beijener Belagerung von Parma ab, wo ein Papst, Zulius H.den Sturm befehligte. Als er seinen Vater in der Schlachtzu Bicoca verloren, war er in seine Heimath zurückgekehrt,und in den Rath getreten. Er befehligte die Berner,welche 1531 den Medicis von den Ufern des Comerseesverjagen geholfen. Wir haben ihn bei der Konferenz imThale von Aosta gesehen, wie er Bern vertrat. Mansagte, er sei im zwanzigsten Zahre Mann gewesen; dennschon in diesem Alter hatte sein männlicher, mit Sanft-