Band 
Erster Theil.
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seine Städte zu verpfänden und pomphafte Züge durchsein Land zu halten. Von seinem Fürsten verlassen, wasvermochte das Waadtland? Bei weniger Zerrissenheithätte es sich unabhängig erklären, und zum eigenen Schutzeerheben können; es hätte Bern, Neuenburg, Genf dieHand gereicht: vielleicht hätte es schon im sechszehntenJahrhundert seinen Platz unter den Kantonen errungen.Der Jura hätte den Freiheitsruf der Alpen wiederholt.Vielleicht stieg dieser glückliche Traum in der Seele einigerwenigen Männer auf, aber die Nation hat ihn nichtverstanden. Sie sollte uns noch lehren, wie viel ein VolkPreis gibt, das sich dem Ortsgeiste, der Parteiung undder Gleichgültigkeit gegen das gemeine Wesen überläßt.

Das Bernerheer drang immer weiter. Zu Schaltenszeigten ihm die Verbündeten von Lausanne an, daß Frei-burgische Gesandte an den Ufern des Sees erschienen,daß auf ihr, und des Bischofs Anstiften die vier Pfarreienvon La Vaux sich mit Vivis zu gemeinschaftlicher Abwehrverbündet, und daß 4090 Italiener bei Morges gelandet,und unter dem Befehle des Markgrafen von Musso imVorrücken begriffen seien. Von nun an marschirte dasHeer in Schlachtordnung. Das Kontingent von Lausanne stieß zu ihm: so allgemein war der Eifer, daran Theilzu nehmen, gewesen, daß der Rath hatte Schranken setzenmüssen. In der Nähe von Morges wechselte die Vorhuteinige Schüsse mit feindlichen Reitern. Eine Flotte, unterdem Befehle von Medicis , näherte sich St. Sulpice;aber das Geschütz zwang sie daS Weite zu suchen undnach Morges umzukehren, wo sie den Rest der Italieneran Bord nahm. Ohne einen Schuß zu thun, zog dasBernerheer in Morges ein. Die Schlösser der Herren

40) Archive von Turin , Obligationen und Quittungen.