Band 
Erster Theil.
Seite
153
JPEG-Download
 

153

Sie zogen sich ganz um die Stadt herum, und hattennur zwei Thore. An das eine derselben lehnten sich dieThürme und die vier Hauptgebäude des Schlosses. EineZugbrücke führte in die bedeutendste Vorstadt, la Plaine Hgenannt. Die Berner, welche die Vorstadt eingenommen,richteten ihr grobes Geschütz gegen die Thürme, undwürden dieselben zusammengeschossen haben, wenn dieBesatzung so lange widerstanden hätte o). DiejenigenSoldaten, welche Schweizer waren, ergaben sich aufGnade; die fremden mußten ihre Wämmser und Hosenabgeben; den Bürgern wurden die Waffen H genommen,bis auf ein Messer, das man jeder Haushaltung, dasBrod zu schneiden, ließ; die Messe wurde abgeschafft.St. Saphorin war im Begriffe gewesen, in den Krieggegen die Türken zu verreisen, ehe er sich in Averdungeworfen hatte. Bern , das den unglücklichen Muthehrte, schenkte ihm das Leben. Ein anderes Lovä be-stimmte es dem Baron von La Sarraz : doch unter demVerwand, den Platz von außen besehen zu wollen, ent-wich er noch zur rechten Zeit; er brachte den Rest seinesLebens, unversöhnlich in seinem Hasse, auf französischemBoden zu. Die Berner Soldaten verlangten den Todder Schweizer , die im Schlosse angetroffen worden.„Gewiß, sagten sie, haben sie keine große Freundschaft zuuns, noch sind sie viel werth. Zst es nicht besser, einschlichter Bürger unter einem Volke von Brudern zusein, als ein schlechter Edelmann? Lehren wir die Ver-rather, in den Reihen zu bleiben, wo wir für den Boden

5) Ibick. — .Grüner, Topographie. Man.

6) Die Bürgerschaft war Bern gewogen; aber sie wurde von denEdelleuten zurückgehalten. Nägeli's Tagebuch und Briefe.

7) Und ihre Schutzbriese. Sie wurden ihnen aber bald wieder zurück-gestellt.