154
uns wehren, den Gott uns gegeben." Die Abgesandtenvon Zürich, Basel und Schaffhausen erhielten die Begna-digung der Gefangenen 2).
Während Averdun sich ergab, waren die Freiburger,tausend Mann stark, ausgerückt, und bemächtigten sichEstavayer's, Romont's und Rue's. Nachdem die Republik vergeblich die am alten Glauben hängenden Kantone zugemeinschaftlicher Erhebung zu bestimmen gesucht, hattesie, aus Besorgniß, von allen Seiten durch Berns Er-oberungen eingeschlossen zu werden, diesen Entschluß ge-faßt °). Bern selbst, um die Freiburger für die Ver-theidigung seiner Eroberungen zu gewinnen, ermuntertesie, einiges Land in Besitz zu nehmen. Endlich brachensie auf. Die Soldaten hatten sich langsam eingefunden ^°).Sie leisteten den gewöhnlichen Eid: ihren Führern zugehorchen, dem Feinde alles mögliche Leid zu thun, Kirchen,Priester und Weiber zu achten, und täglich zur EhreGottes und des himmlischen HeereS fünf Pater und fünfAve zu beten; dann zogen sie gegen die drei Städte, vondenen sie gestern noch als Befreier erwartet worden. Alleunterwarfen sich unter der Bedingung, daß man siewieder dem Herzog von Savoyen überließe, wenn diesem
8) Archive vvn Uverdun. — Verschiedene Noten aus der Stadtbibliothekzu Bern . — Stettler sagt: Im Schlosse haben sich zweihundertSoldaten vorgefunden. Nägeli sagt: als die von Uverdun ihreWaffen ins Schloß gebracht, und die Harnische im großen Saaleaufgestellt waren, fand es sich, daß zweihundert waren. — Ge-sang der Soldaten. — Nägeli's Tagebuch. — Ruchat IV. 37.
9) Die eifrigen Katholiken stellten vor: „Alles, was im Waadtlandeder alten Lehre treu geblieben, hält die Augen aus uns gerichtet.Wäre der Herzog hier, so würde er der Erste sein, der unsbäte, seine Völker nicht den Feinden der Religion zu überlassen."
10) Unter dem Hauptmann Kuenzi.
11) Aus Furcht, sagten sie, die Berner kämen.