Band 
Erster Theil.
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Vaterlandes. Bald verwüstete Baudichon mit den bösenGesellen der Stadt die Landschaft; bald ließ Balthasar,aus Haß gegen Zohann Philipp, ohne weiter« Prozeßeinen Verbannten erdrosseln, den dieser heimlich in Genf hinein gebracht. Der Rath suchte eine Beschäftigung fürden planlosen und verzehrenden Eifer der Köpfe. DieEinladung Berns, sein Heer gegen Chillon zu verstärken,war darum dreimal willkommen. Kaum hatte sich dasGerücht verbreitet, als allen Bürgern das Herz schlug.So lange Genf seinen Heerd zu vertheidigen gehabt, hattees nicht daran denken können, Bonivard zu befreien;aber es hatte den Gefangenen von Chillon nicht vergessen.Zwei größere Ruderschiffe, zwei Barken und einige leich-tere Fahrzeuge waren bald in Bereitschaft. Sie wurdenmit Geschütz und allem, was Genf an thatlustigen Sol-daten barg, beladen. Beim Auslaufen der kleinen Flottedrängte sich das ganze Volk ans Ufer. „Fahret glücklichund rettet die Gefangenen!" sagten einige bewegte Stim-men. Die ganze Stadt rief! „Fahret glücklich und rettetBonivard ;

Die Flotte setzte alle Segel bei; sie fürchtete, daßder Feind die Gefangenen fortschaffte. Als sie die Mittedes See'ä erreichte, kreuzte sie, aufs sehnlichste die An-kunft der Berner wünschend, den unverwandten Blickauf Chillons Mauern gerichtet. Das heutzutage so häufigbesuchte Verließ war damals sowohl mit Schrecken um-geben, als geheim gehalten. Wenige Menschen, nachdemsie einmal hinuntergestürzt worden, hatten das Tageslichtwieder gesehen. Man wußte indessen, daß diese großenGewölbe, in sieben massiven Säulen, in die Gefangenschaft

18) Register. — Frommt. — Roset IV. — Ruchat, IV, 37. —Ldroniqueur, 257.