Band 
Erster Theil.
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Freiheiten betrachtet. Wie oft hatten sie seinen Schutzgegen ihren Prälaten angerufen! Gleichwohl hatten siesich niemals unglücklicher gefühlt, als an dem Tage, wosie statt des bischöflichen Hirtenstabes den drohenden Armeines Landvogts erblickten. Sollten sie ihr Burgrechtmit den Bernern so hoch gehalten, so oft an deren Seitenicht ohne Ruhm gefochten haben, um am Ende selbst zuihren Eroberungen geschlagen zu werden! um in denBanden sich zu fangen, die sie schmieden geholfen! umzum Untergänge der Religion, zu der Säkularisation desbischöflichen Stuhles, zum Verluste der mit ihrer Ka-thedrale verbundenen Gerichte, zur Verarmung so vielerFamilien, denen die Andacht der Völker den Unterhaltbrachte, das Zhrige beizutragen, um den Ruhm ihrerStadt zu vernichten und ihren Freiheiten das Grab zurüsten! „Nein! riefen sie, so tief kann eine kaiserlicheStadt nicht sinken; wir wollen zeigen, daß wir nicht dirUnterthanen Berns zu werden gesonnen sind." Sie be-mächtigten sich der bürgerlichen Gerichtsbarkeit, schlössenden Bund mit den Pfarreien von Lavaup, um sich demJoche barbarischer Gesetze zu entziehen, und ließen Bern auffordern, sie bei ihren Rechten zu lassen^').

Bern zeigte sich gar nicht ungehalten. Es gab denAbgeordneten keine bestimmte Antwort, sondern theilteihnen nur seinen Entschluß mit, ein Religionsgespräch inihrer Stadt zu veranstalten. Die Umstände hatten ihmdazu günstig geschienen. Der Krieg zwischen dem Kaiserund dem Könige von Frankreich war ausgebrochen. Ausden katholischen Kantonen war die thatenlustige Jugend nachden Ebenen des Piemonts geeilt. Zehntausend Schweizer

31) Manuel äs I.su8sm,s. — Nuchat, IV- 153, — Tagebuch derDenier Commiffarien. - Mitgetheilte Manuscr.