Band 
Erster Theil.
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mehrte Bern den einzelnen Städten, einer nach der andern,ihre Freiheiten , und anerkannte endlich die Unabhängig-keit Genfs . Es schien dem Volke jede Sorge, nebenderjenigen für seine Religion, entziehen zu wollen.Wie oft waren von Genf Gesandte nach Bern gereist,und mit bekümmertem Gesichte zurück gekommen! Wieoft hatte Bern den Genfern mit herrischem Tone dieRechte abgefordert, welche der Herzog und der Bischofin ihrer Stadt besaßen! Und nun ändert es plötzlich dieSprache, und die Abgeordneten eilen mit der glücklichenNachricht zurück: „Wir bleiben die Fürsten in unsererStadt. Gebiet und Rechte der Kirche sind unser Eigenthum.Bern verzichtet auf das Vidomat. Es will auch keine Be-setzung mehr halten und die 10,000 Thaler jährlichen Tributerlassen. Zwar fordert es diese Summe für seine Kriegs-kosten. Aber die Wohlfahrt Genfs scheint uns um diesenPreis nicht zu theuer erstanden zu sein. Wir werden ohneBerns Zustimmung kein neues Bündniß schließen. UnsereThore werden ihm im Frieden wie im Kriege offen stehen.Unter diesen Bedingungen haben wir das Bürgerrecht er-neuert." Mit dieser Freudenbotschaft trafen eine Mengeglücklicher Umstände zusammen. Es war einige Zeit langvon nichts als der mächtigen Armee die Rede gewesen,die unter des Kaisers Befehlen zur Eroberung Savoyensvorrückte; und man hatte vernommen, daß Karl V. , indem stolzen Gefühle, die schönste der Armeen zu besitzen,nach einem neuen Plane über die Alpen in Frankreich eingefallen sei. Bald erfuhr man seine Niederlagen, undes war nun der König von Frankreich , der, zum Schreckender Genfer, sich Burgund näherte. Doch auf die ange-sehene Stimme der EidSgenossen, die sich mit Entschieden-

35) Archive der Städte. — Beilagen zu Nägelis Tagebuch.