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suchung nicht, seinen spitzfindigen Geist und seinen kleinenSchatz von theologischen Kenntnissen glänzen zu lassen.Noch redete ein Schulmeister mit viel gutem Willen,ein Vikar von Morste mit viel Zorn und der Dekan vonVivis mit großem Aufwand scholastischer Gelehrsamkeit^).Auch Ferdinand Loys, der Hauptmann der städtischenJugend, zeigte sich einen Augenblick. Viret und Farelantworteten ihnen. Calvin ergriff ein einziges Mal dasWort; er zitterte noch vor seinem Berufe. Doch alsman seiner Partei den Vorwurf machte, sie verachte diealten Doktoren, uud zwar nur deswegen, weil ihr die-selben nicht dienen, konnte er diese Anschuldigung nichthingehen lassen. Was er sprach, traf wie der Blitz.Eine gänzliche Stille hielt einen Augenblick an, ehe sichdie Versammlung von der Ueberraschung erholt hatte.Nie hatte sich Feinheit mit größerem Ernste, die geist-volle Auffassung mit einer mächtigern Dialektik gepaart.Die französische Sprache bekam in dem Munde diesesMannes eine Klarheit, eine Schärfe, eine Zierlichkeit,die bisher unbekannt gewesen. Die Gelehrtesten sagten:der ist unser Meister. Ein Franziskaner trat hervor,zog sein Ordensgewand aus und erklärte, daß er, demheiligen Geiste gehorchend, kein anderes Haupt mehr an-erkenne als Christus. Während der letzten Tage (dieDisputation dauerte eine ganze Woche) sprach man überdie Kennzeichen der wahrhaften Kirche, über den Gehorsamgegen die Obrigkeit und über die gleichgültigen Dinge,wie LaS Fleischessen, die Betstunden und Stätten; mehrerePunkte wurden nicht einmal angegriffen. Farel faßtedie Ergebnisse des Gespräches zusammen und sagte darauf:„Wie dünken euch nun die Gründe derer, welche den
37) Er argumentirte in lateinischer Sprache.