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Papst für ihren Gott halten? Höret ihr nicht eineStimme, die euch zuruft: Warum wendet ihr euch anandere Götter, als an mich? Ihr armen, verirrtenZuden, warum wollt ihr denn so lange eueren Gottnicht kennen? Ihr denket ja weniger daran, seine Gnadeanzuflehen, als er, sie euch zu gewähren, bereit ist."Die Abgeordneten von Bern ermähnten das Volk, nunruhig den Ausfpruch der Obrigkeit zu erwarten. Allein eszertrümmerten schon einige Eiferer die Bilder der Haupt-kirche. Bald verbreitete sich das Gerücht, die „große Dame"von Lausanne , die große Diana, wie die Reformirtensie nannten, fei vernichtet worden. In tiefer Trauererschienen die Chorherren vor dem Rathe, überreichtenihm die Schlüssel der Kirche und baten inständig, daßer sie beschützen möchte ^').
Inzwischen reisten die Abgeordneten der Städte undLandschaften, welche der Disputation beigewohnt hatten,nach ihrer Heimath ab. Mehrere hatten, wie man ver-sicherte, ihre Augen dem Lichte geöffnet, und die vonCülly nahmen sogar Viret mit sich. Die vielen Predigerdie aus der Fremde herbei gekommen, waren von derDisputation so begeistert worden, daß sie Bern nichtmehr entlassen wollte: es wies jedem das Feld an, aufdem er arbeiten sollte, und diese Missionäre verbreitetensich über das Land, in ihrer Armuth froh und frischen
38) NauusI äs kausanue. — Manuel <ls kiilrx. — Waadtl,Archive. — Archive von Bern. — lournal äs kecomts. —Handschriftl. Leben Farels. — kkeinalli snnales. — kuckst,IV, 172.— Steriler, II, 1536. — ^ctss <1s In Nispule. ^Der Band, der diese Akten enthält, war 12 Jahre lang in denHänden ViretS geblieben. Im Jahr 1518 ließ Bern eine Abschriftdavon nehmen, welche sich jetzt auf der Stadtbibliothek befindet. —Der Chroniqueur gibt auf Seite 311 und folg. die Darstellungdes Gespräches.