Band 
Erster Theil.
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müdlich die Schulen, als die Kirchen, und nahmen sichderselben so gewissenhaft an, daß sie nicht nur die Gegen-stände des Unterrichts, sondern selbst die Art des Ver-trages mit den Lehrern besprachen. Von Bullinger ver-sicherte man, daß er alle Schulknaben von Zürich einzelnkenne. Täglich hielten diese Männer eine Predigt, zu-weilen mehrere an demselben Tage, besuchten fleißig dieArmen, die Bekümmerten, die Kranken, und verwendeten,wenn unter diesen Werken der Tag verstrichen war, dieNacht auf ihre Studien. Es begegnete selten, daß umMitternacht ihre Lampe nicht mehr brannte; und früheum fünf Uhr befanden sie sich wieder an der Arbeit.Zeder von ihnen stand in einem ausgebreiteten undeifrigen Briefwechsel. Fast täglich schrieb Vadian anBullinger, und Bullinger an Vadian . Ze vertrauterin diesen Briefen der Ton wird, desto deutlicher tragendieselben das Gepräge ihrer Tugend. Wenige Brief-wechsel könnten diese Probe bestehen. Allein diese Männer,welche gleichsam die Seele mit einander theilten, hattenGott zum Freunde ^).

Obgleich sie ihr Leben in Arbeit zugebracht, starbensie fast alle dürftig. Leo Zudä hinterließ nur achtzigGulden. Er hatte sein theuer erworbenes Brod vieleMonatelang mit Verbannten getheilt, und sich selbst keine

22) Biographien von Bullinger, von Lavater , Simler und Heß. —Sluclrii oiulto funebris, in den Altso. 1,'gur. — HottingersKirchengeschichte, III. — Franz, merkwürdige Züge aus demLeben Büllingers. — Halter, von Kirchhofer. — Der Briefwechselder Reformatoren, in den Samml. zu St. Gallen, Zürich undBern (Conventsarchiv). — Der Briefwechsel mnßte leisten, wasjetzt die Zeitungen. Auch sind diese Sammlungen Zeitungen über-schrieben. — Basel gründete nur sechs Schulen in seinem Ge-biete (Ochs). Stipendien öffneten den dürftigen Studenten denWeg zu der Kirche und zu den Wissenschaften.