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andere Erholung, als seine Laute gegönnt. Seine Frausaß Tag und Nacht am Spinnrocken, um die Nahrungzu gewinnen, die sie mit den Armen theilte. Nie beklagtensie sich über ihr Loos: sie hatten gefürchtet, den Dienerndes Heilandes den Vorwurf von Eigennutz zuzuziehen ^).Viele der ersten Prediger der Reform waren Bauern-söhne Es gab auch Fremde unter ihnen; aber manachtete jeden als einen echten Sohn des Vaterlandes, derdiesem seine Kräfte widmete. Ein Beispiel mag zeigen,wie wenig man an ihrer Hingebung zweifelte. Einst kameine Abordnung aus einem Dorfe deS Rheinthals nachSt. Gallen : die guten Leute wünschten das Evangeliumkennen zu lernen; aber sie hatten niemanden, der es ihnenpredigen konnte. Sogleich wurde Keßler, der Sattler,vor den Rath gerufen und gefragt: „Wollet ihr nichtnach St. Margarethen gehen, und den Leuten den Hei-land verkünden? Wir geben euch für eure Reise einPferd und fünf Batzen des Tages, oder acht Batzen,wenn ihr lieber zu Fuß gehet." — „Ich will gehen,"antwortete Keßler. Einen Monat lang versah er in dieserGemeinde alle Pflichten eines Pfarrers, ohne dessen Rangzu besitzen. Man kannte damals noch mehrere ähnlicheSendungen. Dem Studium der heiligen Schriften lagennicht nur die Prediger ob, denen es zu jeder Stundebegegnen konnte, daß sie einem Gegner Rede stehen mußten;sondern auch die Staatsmänner, sei es, daß sie dazu dasinnere Bedürfniß hatten, oder den Forderungen der Zeitgehorchten; ja, das Volk, das früher an nichts als an