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Krieg gedacht hatte, beschäftigte sich mit der Bibel. AnMarkttagen standen zu diesem Zwecke den Landleuten be-sondere Zusammenkünfte offen. Bern hatte zu Thun ,Zofingen , Königsfelden Schulen gegründet, Prophezeiengenannt, wo die heiligen Schriften erklärt wurden^').Nach der Eroberung der Waadt ging seine Sorge aufdieses neue Gebiet über.
Hier gab es der Uebelstände noch viele. Die Zahl derGeistlichen war so klein, daß mancher drei oder vier Ge-meinden zu besorgen hatte, und mehrere Male des Tagespredigen mußte. Freilich war die Predigt anfangs einfachund vertraulich, wie sie aus einem ganz von dem Heilanderfüllten Herzen kommt. Aber oft verhallte sie in derWüste. Noch viele Zahre, nachdem das Reformationsedikterschienen war, gab es einzelne Dörfer, wo niemand einePredigt gehört hatte ^). Wenn in den Städten die Leutein die Kirche gingen, so hörte man vor ihrem Geschwätzedie Stimme des Pfarrers nicht. Die Amtleute, diemeist in Krieg und Plünderung aufgewachsen waren, ver-achteten selber, was sie im Namen der Obrigkeit geboten.Sie machten bekannt, daß jeder, der von der Predigtwegblieb, in eine Buße von sechszig Sols verfalle; aberes kam ihnen selbst nicht zu Sinne, in die Kirche zugehen. Die vornehme Klaffe folgte ihrem Beispiele. Zu-gleich wurde das Land beständig von Priestern und Mön-chen im Ordenskleide durchreist, die in geheimen Ver-sammlungen dem Volke die Messe lasen und Hoffnungauf die nahe Ankunft des Bischofs und des gnädigenHerrn von Savoyen machten. So bemächtigte sich eine
SS) Halters Leben, von Kirchhöfen. — Bernische Archive. — Der
Briefwechsel der Reformatoren.
LS) Z. B. Grandcour. Die Bern . Misstven sind voll Ermahnungen, sich
an die Religion zu halten.