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große Entmuthigung der Einwohner. Man mußte zuLausanne jedem, der ein Amt ausschlug, eine Geldstrafevon hundert Pfund auflegen. Zn unheimlicher Stilleverschloß sich der Adel in seinen Schlössern. Die Frauendrehten immer und immer an ihren Rosenkränzen. Fast inallen Häusern hatte man die Reliquien und die Heiligenbilderheimlich noch aufbehalten. Kam einer der alten Festtage, sofeierte man ihn mit Tanz und Spiel; war es Fastenzeit,so loderten überall, wie vormals, die Feuer auf. Wennder Weinftock erfror, so versicherten die Geistlichen, daskomme von der Predigt des Evangeliums ^). Wennman auf dem Wege einen Prediger antraf, so fürchteteman, unter den Zauber der finstern Mächte gerathen zusein, und ließ sich von Teufelsbeschwörern heilen ^).
Es konnte nicht das Werk eines Tages sein, diesenAberglauben des Volkes zu überwinden. Indessen hat
27) Im Mai 1536 kamen zwei Abgeordnete von Lutry nach Lausanne ,und fragten die Doktoren um ein Mittel gegen die Maikäfer, dieihr Getreide fraßen. Man rieth ihnen, zum Offizialen zn gehen,und sich um einen Spruch gegen diese Thiere und eine Ex-kommunikation zu bewerben; vorher aber drei Prozessionen an dreiauf einander folgenden Tagen durch die ganze Gemeinde zu halten,was sie auch thaten. Manuel <le Lutrx. Nauuseript. —Legistras <le I'oklieialite <!s Lausanne. — Eine Gemeindevertauschte einen ganz neuen St. Theodul gegen vier Maaß ge-dörrte Birnen, mit dem Vorbehalt, daß , wenn der alte Glaubehergestellt wurde, der St. Theodul in gutem Zustande gegen zweiSester Wein zurückgegeben würde. Lonservateur suisse, XIII, 68.
28) Ruchat. — Lausanner und Bern . Archive. Welsche Missiven. —Auszüge aus den Manuscr. der Berner Bibliothek. — Die Frei-bnrger und die Burgunder ermunterten das Volk zum Widerstände.Reformirte, die in Geschäften in katholisches Land kamen, wurdenbeschimpft, oder gar ins Gefängniß geworfen und mit elendemTode bedroht. Die Berner Archive, welsche Missiven, enthaltenmanches Beispiel dieser Art.