Band 
Erster Theil.
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man die Unwissenheit, so groß sie war, doch mit über-triebenen Farben geschildert. Am bischöflichen Hofe be-fanden sich Doktoren, die einige Wissenschaft besaßen^);Künstler, die von ihrem Talente Proben abgelegt Habens;ja Männer, denen die Heilknnst schöne Erfindungen ver-dankt "'). Allein dieses Wissen war das Besitzthum eini-ger wenigen; das Volk wurde ohne Unterricht, ohne Lei-tung gelassen ^). Moudon , einst des Landes Hauptstadt,schrieb an Bern : „echtes Wissen kommt aus den Schulen;nun finden sich aber nicht genug Kinder, um einen Lehr-meister zu unterhalten, der bei uns Schule halten wollte.Darum bitten wir Eure Exzellenzen, den Lehrmeister ausden Gütern der Kirche zu erhalten^)." Bern gewährtedie Bitte. Es erließ auch ein Verbot, zu den Hexen-meistern und Wahrsagern zu gehen, und fing an, diePriester, welche noch Messe lasen, die Eltern, die ihreKinder in den Katechismus zu schicken unterließen, dieAdeligen, welche die Predigt nicht besuchen wollten, mitVerbannung zu bestrafen. Wirksamer, als diese schwachenMittel waren, wurde indessen das Werk der Reform durchdie Hingebung eines Theiles der Pfarrer gefördert, welchezum Eifer auch die nöthige Geduld und neben den klugenEingebungen der christlichen Liebe auch die Macht derWissenschaft besaßen. Allein die Zahl dieser Männer war

29) Träger, Galeot.

30) I» der Kathedrale zu Lausanne , in der Kirche zu St. Saphorinund anderswo.

3 t) Die Chirurgie hat den Namen Griffen aufbewahrt.

32) Man erstaunte, wenn man von jemandem, der weder Geistlicher,noch Notar war, hörte, daß er lesen könne. „Er kann lesen!Er ist also fromm geworden; gelobt sei Jesus Christ !" S.Lt>rou>«meur, S. 353.

33) vocumeus sur Is l?ax»-äo-Vauck, p»r 6remis, 1537.