Band 
Erster Theil.
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klein. Die meisten Pfarrer waren als arme Fremdlingein das Land gekommen und fanden in den Zerstreuungendes Kampfes keine Zeik, ihr Wissen zu vermehren. Ja,man mußte erwarten, daß die Geistlichkeit, nur mit demunwissenden Volke in täglicher Berührung, am Ende selbstzu dessen Culturstufe herunter steigen würde, wenn mannicht einen Herd der Aufklärung im Lande unterhielte. Mitdieser Bestimmung wurde die Akademie zu Laufanne ge-stiftet ^). Von ihren vier Professoren sollten zwei dieBibel im Urtexte lesen lehren, der dritte das Dogma,der vierte die Philosophie vortragen, die sich noch nichtfür die Wissenschaft der Wissenschaften ausgab ^). Schüch-tern machte ein Buchdrucker, Johann Rivier, dem Ratheden Vorschlag, seine Pressen neben der Akademie aufzu-schlagen. Er kam von Genf , wo schon zehn Druckereienin Blüthe standen. Mit Kopfschütteln erlaubten es ihmdie Herren von Bern unter der Bedingung, daß er nurSchul- und Andachtsbücher herausgebe, die zuerst in Bern gutgeheißen worden wären ^).

34) 1540.

35) Die Stipendiaten wohnten zu Lausanne wie zu Bern unter ge-meinschaftlicher Zucht beisammen. Cärion, ein italienischer Flücht-ling, war ihr erster Gymnasiarch. In einem klösterlichen Leben,ferne von Vergnügungen, wurden die Zöglinge zu den Pflichtenihres Amtes erzogen. Ihre Nahrung war elend. Gemeine Dienstebildeten sie zum Gehorsam. Zu Bern hat der große Kessel (einUeberbleibsel aus der Küche der Chorherren zu Neuenburg),worin die tägliche Kraftsuppe gekocht wurde, den Namen Mus-hafen veranlaßt. Andere Züge finden sich bei Schärer, Ge-schichte der öffentlichen Schulanstalten des deutschen Theils desKantons Bern . — Das Erasmuskollegium wurde mit einem Ver-mächtniß des großen Schriftstellers für hoffnungsvolle Jünglingeohne Vermögen gegründet.

36) Die zu Lausanne wohnenden Geistlichen, Professoren, Studenten,Schüler und ihre Dienerschaft standen nicht unter der Gerichtsbarkeit