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Die Musen hatten Helvetien nicht geflohen, obgleichsie nur in anständigem und ernstem Gewände erscheinendurften. Die Muse der Geschichte, welche gerne nachden Siegen der Freiheit hervortritt, hatte edle Werke zukrönen^). Die Regierungen selbst hielten es für ihrePflicht, den Söhnen das Andenken der Thaten und Grund-sätze der Väter aufzubewahren, und sahen darin zugleicheinen Theil der Erziehung eines freien Volkes. Genf beauftragte Bonivard und Froment, die Annalen derRepublik zu schreiben^), nachdem schon Bern ein ähn-liches Werk Anshelm übertragen hatte. Anshelm warder erste, der in die trockene Berichterstattung der altenChroniken die eigenen Betrachtungen seines ernsten Geistesaufnahm. Die Schreibart Bonivards und Froments zeigtjenes Gemisch von Gleichgültigkeit und Glauben, vonSchalkheit und unmuthiger Nachlässigkeit, jenes gutherzigeund heitere Wesen, das im alten gallischen Geiste liegt;mehr wollen sie nicht, als eben erzählen. Der Chronistvon Orbe , P. von Pierrefleur, benetzte mit seinen Thränendie Blätter, denen er die Darstellung der Glaubensände-rung der Waadt anvertraute ^). Keßler, Vadian ^°),
der Stadt, sondern nur unter dem Amtmann und ihrem eigenenGesetze. Sie erhielten freie Wohnung, Abgabenfreiheit, dasBürgerrecht, so weit dasselbe die Jagd, die Fischerei, die Be-fugnis , auf dem Markte zu gewissen Stunden Einkäufe zu machen,betraf. Lksvannes, kiisloirs inannser. I'acaOeinjo <le Lau-sanne , — Edikte von 1550, 1840, 1670, 1674, 1700.
37) Fast jede Stadt hatte damals ihre Chronik.
38) Bonivard las den 19. Dezember 1546 seine Geschichte dem Rathe vor.
39) Llironiqne äs kierreüeur, inauuscr., in der Kantonalbibliothekzu Lausanne .
40) Vadian hat eine Geschichte in vier Foliobänden hinterlassen; aus451 Bänden bestand seine Bibliothek. Er starb den 6. April 1551