Band 
Erster Theil.
Seite
212
JPEG-Download
 

212

Recht zu Bourges unter Volmar ftudirt hatten, bliebzu Hause lange fast ohne Einfluß. Doch drangen einigeStrahlen von Wissenschaft in die reformirten Städte,wo der Boden nicht mehr von dem kanonischen Rechtezugedeckt war^). Der Meinungsstreit hatte sich vonder Schwelle des Allerheiligsten nicht mehr entfernt,und es schien, die Heftigkeit, die sich noch jüngst in denSchlachten entladen hatte, sei in den Kampf der Geisterzurückgetreten ^). Eifrig streute die Presse ^°) jene leich-ten Blätter aus, die in alle Stände dringen und mitden veralteten Zdeen, deren Ansehen sie untergrabenwollen, ihr Eespötte treiben. Mögen noch so vieleWorte in den Wind gesprochen worden sein: am Endehatte doch der Geist der Analysis sich geübt. Die Zdeehatte ihren Weg gemacht, und die Erde war verjüngtworden.

Die Reform hatte nicht weniger die materielle Welt,als die moralische, in Bewegung gebracht. Die Zeit,die früher in den Schenkhäusern verloren gegangen; dieKräfte, die sich im Söldnerdienste abgenützt hatten,

58) Besonders zu Basel , wo Sebastian Brandt, Catiuncula, Zastus(1540—1545), der nachher Rath des Kaisers Ferdinand wurde,Bonifacius und Basil. Amerbach lehrten.

59) Zuweilen siegte wieder die Lust zu den Waffen. Brandt, Col-libus, Professoren zu Basel , vertauschten die Feder mit demSchwerste.

60) Die Bibliotheken der Städte wurden um diese Zeit gegründet;die Stiftsbibliothek zu Zürich aus den Sammlungen von Zwingli und Peliikan; die zu St. Gallen aus 451 Bänden, die Vadian gesammelt. Erasmus vermachte Amerbach seine Bibliothek. DieSammlungen in den Klöstern zu St. Gallen, Einsiedeln und St. Bla-sius vermehrten sich in derselben Zeit. Gvldlis, Konrad Scheuber ,S. 170. — velioise urbis Leruse. — Hotliirxeri speculuwtigurinum.