219
Zürich und Bern erklärten, sie würden ihre Bundesge-nossen in keiner Gefahr, die der Söldnerdienst verschuldet,unterstützen, und wiederholten an der Tagsatzung, wasZwingst so oft von dem Fluche, den auf die Kinder dieVater geladen, von dem Sittenverderbniß und der vomAuslande genährten Zwietracht gesprochen, in welcher dieSchweiz ihren Feinden zur Beute werden müsse. DiePfarrer führten diese Sprache bis in die abgelegenstenDörfer. Auf die heiligen Schriften deutend, zeigten sie,daß die Stämme der Eidgenossen zwischen zwei großenReichen wohnen, wie einst Zsrael zwischen Aegypten undAssyriendaß ihnen die Weisheit gebiete, sich weder aufdas eine, noch auf das andere zu stützen; daß ihre Kraftauf ihrer Eintracht, ihre Eintracht auf ihrem Glaubenan Gott beruhe^). Auch die Lyrik schlug ihre Saiten.Kennt ihr sie noch, die Lieder unserer Väter? So er-innerten die Reformirten in ihren Versen. Wenn nurGott für uns ist, war stets ihre Rede, und unsere Herzenohne Haß; denn das ist unserer Siege Geheimniß. Alsdies ihr Sinn war, brauchten wir noch keine Tagsatzungenohne Ende; wir hatten alle dasselbe Herz. Nie warenwir furchtbarer dem Feinde, nie waren wir es wenigerder Waise und der Wittwe. Es waren schöne Tage desRuhmes, als der Ewige die Herzen bewohnte. Brüder,säubern wir unsere Hände von dem Gold der Könige,und kehren wir zu dem Ewigen um. Wir meinen ja