Band 
Erster Theil.
Seite
225
JPEG-Download
 

225

die Lippen des heiligen Mannes sie aussprachen, eiltendie Söldner, ohne auf die Mahnung zu achten, zahl-reicher als jemals der französischen Armee bei Avignon zu ^). Der Gesandte Maillard verschaffte sich vonder Mehrheit der Tagsatzung ein Schreiben, das ihnenempfahl, im Dienste des Königs sich nicht zu schonen^).

Der Feldzug war unglücklich. Franz I. griff, seineKräfte theilend, zu gleicher Zeit in Piemont, in Flan-dern und an den Pyrenäen an, und richtete die Schweizer

93) »On est joi 6,ins uns lorls vpinion gue les enlaiis äs Isreine ne 'vivront pas s sause gus les astroloKues pre-äisent leur mort." Uernoires seerets, bei Cimber und Danjou,^rctiives curieuses.

94) An des kranken Boisrigault Stelle. Maillard suchte die Walliserzur Eroberung des Aostathales zu bringen, und Bern durch dasAnerbieten eines Verkaufes von Neuenburg zu gewinnen. Er er-hielt aber von Bern , und zwar mit Mühe, nur die Erlaubnißzum Dnrchzuge von fünfzehnhundert Mann. Zürich verweigerte

. jeden Durchzug. S. Tschudi's Leben von Fuchs. — Als Franzdie Absicht zeigte, in die Freigrafschaft einzufallen, baten ihn dieKantone einstimmig, daß er ihnen die unangenehme Mühe,sich über diesen wichtigen Gegenstand zu erklären, ersparen möchte, —Im Juni 1544 wurde ein Neutralitätsplan für die Freigrafschaftund Besanxon von den Mächten angenommen. Tagsatzungsab-schied. — Lauffer, Stettler. Durch eine Verordnung suchte manwieder einige Disciplin unter die Fahnen zu bringen. Faßbind,Geschichte von Schwyz , IV, 360.

95) Marina Cavalli, in den vocuiueut. ioeä., Venez. Gesandtschafts-berichte, S. 305, sagt: der König liebe die Schweizer nicht,da er sie für ungehorsam und wenig treu halte; er bediene sichihrer nur im äußersten Falle. Auch Giustiniano sagt: da er denSchweizern nicht traue, so möchte er sie im Kriege nicht in sei-nem Heere haben, und nicht zu Hause wissen, während seineArmee außer den Grenzen sich schlage. - Später loben hingegenBrantome, Davila und die meisten französischen Historiker dieTrene der Schweizer eben so sehr, als ihre Tapferkeit. Davila,II, 190, 257.

VIII. BL.

15