227
Guasto hatte die Franzosen vollends über die Alpen zurück-geworfen, und nur wenige Städte, unter denen sichMondovi befand, blieben ihm noch zu erobern. Da ereinen Boten aufgefangen, der dem Kommandanten diesesPlatzes Befehle brachte, verfälschte er dieselben. DerKommandant, der eine Aufforderung erhielt, seine Leutedurch eine gute Kapitulation zu retten, ergab sich. Derverrätherifche Del Guasto brach den Vertrag, und ließ dieSoldaten der Garnison, zu welcher auch Schweizer ge-hörten, plündern und kaltblütig viele niedermachen. Die-jenigen, die davon kamen, behielten den Namen Mondoviim Gedächtniß. Nachdem die Kaiserlichen noch Carignanoeingenommen und befestigt hatten, rüsteten sie sich, überdas Gebirge zu gehen, und durch Savoyen einen Angriffauf Lyon zu machen. Der französische Hof gerieth beidiesen Nachrichten in Bewegung. Ein feuriger Adel botsich dem Könige an, der ihrer jungen Kampflust einenPrinzen, jung und glänzend wie sie, zum Führer gab.Die Armee, die d'Enghien befehligen sollte, wurde auswenigen, aber auserlesenen Truppen gebildet. Sie be-stand aus fünftausend Gaskoniern, einer eben so großenZahl Schweizer , viertausend Soldaten, die der GrafMichael von Greyerz ausgehoben, und dreitausend Ita-lienern. D'Enghien zog gegen Carignano. Guasto's Planwar, über den Po zu gehen, so daß er zwischen die Stadtund die Alpen zu stehen käme; der französischen Armeeihre Verbindung mit Saluzzo abzuschneiden, woher sieihre Lebensmittel bezog, und sie in ein verheertes undausgehungertes Land zu werfen. Er war voll Hoffnung,da er bemerkte, wie scheu der französische General eineSchlacht vermied. D'Enghien hatte wirklich Befehl, dieeinzige Armee, die den Süden Frankreichs deckte, nichtauszusetzen; allein, da er bei diesem Verhalten sich be-