Band 
Erster Theil.
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und sein Vater mußte den Spruch fällen. Amberg thatals Richter seine Pflicht. Er besuchte am Tage derHinrichtung seinen Sohn noch einmal; legte, als erweinend aus dem Kerker trat, alle seine Stellen nieder,und zog sich in sein einsames Schloß Werg zurück, woer noch fünf Zahre in Buße zubrachte. Vor seinemTode stiftete er eine ewige Messe für den Frieden seinerSeele und der seines unglücklichen Sohnes '^).

Doch all dieses gottessürchtige Leben wurde durchdie laute Stimme der Offiziere unterbrochen, deren Wer-bungen die friedlichsten Thäler in Märkte verwandelthatten. Zedes Zahr ging, wenn sie das Gold des Königsklingen ließen, ein Gespenst von Kriegesruhm durch dieAlpen ; die Schenken füllten sich, und die Echo wieder-holten nur noch Soldatenlieder und ungeduldiges Ge-schrei E?, war ein großer Gegensatz gegen die Dör-fer der evangelischen Kantone, wo Psalmen die Liederdes Volkes waren, und die laute Stimme des Ausrufersdie Wirthe an das Verbot erinnerte, Wein auf Unter-pfand auszuschenken, und die Bäuern an dasjenige, sichgegenseitig zum Trunke aufzufordern und nach neun UhrAbends in der Schenke zu bleiben. Man konnte den Unter-schied bis auf die Kleidung, ja bis auf die Gesichtszügeverfolgen Dem Reisenden, der heut zu Tage aus dem

123) Er starb 1545. — Faßbind, Geschichte von Schwyz . IV.

124) So geht ein Sturm über den Wasserspiegel der Seen in denhohen Alpen, der eben noch so klar und so ruhig war.

125) Damit verband sich der Unterschied in der Kleidung des Alpen -bewohners und des Volkes der Ebenen. Bei den Einen einStrohhut, die Haare in Flechten herabhängend, Halstuch, hoheTaille, das Kleid mit Fransen besetzt, die Last auf dem Kopfe;bei den andern keine Kopfbedeckung, die Haare aufgewunden,nackter Hals, langes Kleid, die Last auf dem Rücken. Das

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