Band 
Erster Theil.
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Stroh"zum Bette streuen. Er wuchs beinahe nackt zwi-schen den Felsen auf, wo er einige Ziegen hütete und inder Alpenluft erstarkte. Des Abends segnete er sichund schlummerte im Frieden ein. Oft, wenn er an dieBerge hinauf sah, bekam er Lust zu fliegen, woraus dieHirten schlössen, daß ihm Höheres beschieden sei, alsihnen. Da er am Sonntage Lsw milli während derMesse geboren worden war, so weissagten sie, er werdeein Priester werden. Auch Schinner, dem das verstän-dige Gesicht des jungen Menschen auffiel, hatte bei derKonfirmation, indem er ihm die Hand auf das Hauptlegte, in seinen Bart gemurmelt, er sei zu einem Kirchen-manne bestimmt. Um diese Weissagung zu erfüllen, schloßsich Plater einer Truppe bettelnder Schüler an, die nachden deutschen Universitäten zogen. Er besaß einen ge-sunden Geist und eine Kindlichkeit, die ihm die Herzenöffnete '^). Er erwarb sich die Freundschaft Zwingli's ,Erasmus und Myconius . Eben war ihm der Lehrstuhldes Griechischen an der Universität Basel anvertrautworden, als die Walliser, obgleich er sich zur reformirtenReligion bekannte, ihm eine Schulmeisterstelle in derHeimath übertragen wollten. Er folgte dem Rufeseines Vaterlandes, fand aber bei seiner Ankunft dieStelle schon von einem andern eingenommen. Der Bi-schofs") eröffnete es ihm mit den Worten: Während Esau auf der Zagd war, hat Zakob meinen Segen erhalten.Hat denn Euer Gnaden, antwortete Plater, nur einenSegen zu geben? Indessen erwartete er keine Anstellungmehr, und blieb nur eine kurze Weile in seinem heimath-lichen Thale ; doch lange genug, um mehrere mit der Lehre

169) „Unser Thoemelein redet so tief."

170) Adrian von Riedmatten.