Band 
Erster Theil.
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deS Evangeliums bekannt zu machen. Er sah seineBruder, seine Verwandten, einen Großvater wieder, dersich in seinem hundertsten Zahre noch einmal verheirathethatte warum hätte er ihnen sein Herz nicht öffnensollen? Es gingen nun junge Walliser nach Basel , umzu studiren; andere begaben sich zum gleichen Zweckenach Lausanne, nach Bern, nach Zürich , oder brachten,wenn sie dazu keine Mittel besaßen, in Familien desOberlandes oder der Gegend von Aigle einige Zeit zuihrer Bildung zu; nach ihrer Rückkehr wurden sie Schul-meister. So verbreiteten sich im Rhonethal die Grund-sätze der Reform unter den Armen wie unter denReichen , und gediehen bei dem Sinne für Unabhän-gigkeit und bei der feindseligen Stimmung des Volkesgegen den Bischof. Die Walliser blieben die Verbündetender katholischen Kantone, an welche sie sich im Zahre1533 zum Schutze des alten Glaubens angeschlossenhatten; und doch werden wir sie bald in großen Schaarenden Reformirten Frankreichs zuziehen sehen. Allmäligkamen die beiden Parteien fast ins Gleichgewicht, bis imZahre 1551 die gegenseitige Duldung auch vom Land-rathe ausgesprochen wurde.

Dieß waren die Stände, die sich weder der einennoch der andern Religionspartei in die Arme geworfenhatten, und durch ihr eigenes Beispiel die Möglichkeit,sich zu vertragen, zeigten. Die Toleranz schien überhandzu nehmen, merkwürdigerweise vom Papste begünstigt.Paul III. führte seit seiner Erhebung nur Friedensworteim Munde. Es kam dies auf folgende Weise.

Schon unter dem Pontifikate Leo's X. hatten sich

171) Er erreichte das Alter von 126 Jahren.

172) Besonders in den Zehnen Visp , Brieg und Sitten.