Band 
Erster Theil.
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Doch während dies in Rom vorging, sammelte auchdie Reform in strengerer Zucht ihre Kräfte wieder, undihr Geist verjüngte sich zu neuen Eroberungen. Zn ebender Zeit, da Zgnaz zu Paris war, hielt sich daselbstein Mann auf, der zur Organisation der neuen Kircheberufen war, wie Loyola zur Vertheidigung der römi-schen sonst waren es ganz verschiedene Geister; dennalles war Einbildungskraft bei dem einen, bei Calvinunterwarf sich alles dem Urtheile. Er hatte frühe imStudium gealtert, und befaß nun alle die schönen Kennt-nisse des eigenen Jahrhunderts, wie alle Schätze, welchedas Alterthum hinterlassen. Es gab unter den großenStreitfragen der Menschheit keine mehr, die er nichtuntersucht hätte. Alles ordnete sich in seinem systemati-schen und starken Kopfe; alles unterwarf sich den Ge-setzen einer strengen Dialektik. Jedes Wort, das er-füllen ließ, war ein gewichtiger Spruch, und in ihrergeschlossenen Folge überwältigten dieselben die Geister 'P.Freilich gelangte Calvin zum Herzen nur durch die Ver-nunft, nicht durch Poesie, nicht himmlisches Entzücken.Zmmer bediente er sich nur der Beweisführung, schien

178) Beide hatten ihrer eigenen Weisheit entsagt; beide lebten vomGlauben; aber seinen Glauben hatte Jgnaz dem Papste geschenkt/Calvin der heiligen Schrift.

17S) Seine erste Schrift war ein Commentar zu Seneea: vs olementia.Man hat darin die Absicht vermuthet, für seine Bruder eineFürbitte einzulegen; ich habe in dem Buche nur die Sympathiedes Kommentators sür Seneea und die Stoiker gesunden. Ohneden Grund der Gedanken würde man in Calvins ersten Schriftenzuweilen Seneea oder Cicero zu lesen glauben. Später im Kampfewurde seine Sprache ganz französisch. Sie wurde knapp, ge-schloffen, ganz logisch, beweisend, von einer unerbittlichen Präcision;so wie ein Hauptmann spricht, der seinen Soldaten das Zielzeigt, und dann selbst darauf zuläuft, ohne sie weder zur Linken,noch zur Rechten ausweichen zu lassen.