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eine Zuflucht suchte. Er wollte dort einsam in seinenStudien leben denn es verlangte ihn nach der Ruhe,die er im Vaterlande nicht gefunden Aber die Lageder Bruder, die er in Frankreich gelassen, gönnte ihmkeine Erholung.
Sie seufzten unter der Verfolgung des Königs, derüberall bekannt machen ließ, daß sie in ihrem Enthusiasmusnicht weniger, als die Wiedertäufer, alle Regel und alleöffentliche Ordnung umstoßen. Noch länger zu schweigen,wäre Verbrechen gewesen; Calvin übernahm also ihreRechtfertigung. Und da er sie zerstreut, ohne Halt undStütze, von der Anarchie, die man ihnen vorwarf, fastaufgerieben sah, zeichnete er ihnen mit seiner festen Handden Abriß der evangelischen Lehre. Das Buch von denInstitutionen erinnerte an die Apologien Tertullians undOrigenes, gleich denen sich Calvin gerade an den Fürsten wendete, von welchem die Verfolgung kam. Wie er-staunte man über ein Werk, worin so manche Lehre,welche die geübtesten Theologen nur mit Zurückhaltunggeäußert, die sogar Augustin nur mit zitternder Lippeaufzustellen gewagt, unbedenklich von einem jungen Mannevon fünfundzwanzig Zähren behauptet wurde. Calvin erklärte das Dogma von der absoluten Prädestinationfür das einzige, das nicht Gott von dem menschlichenWillen abhängig mache, und welches im Stande sei,den Hochmuth zu demüthigen und dem Gewissen einensichern Frieden zu schenken Zn der Moral wurde
184) Vorrede zu den Psalmen. — Beza .
185) »8i Is verite ne peilt äsmeursr ei» k'rsncs, sussi ne lopuls-je. lle ne veux naeillsur sort que celui äs Is verile."
186) Er konnte den Vorwurf, den man ihm von allen Seiten machte,daß er die Freiheit läugne, nicht begreifen; er glaubte ihrewahre Natur allein zu begreifen.