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nichts schlummern gelassen, sondern jede Wahrheit löstesich ihm in eine Reihe von Anwendungen auf; aus jedemDogma folgerte er neue Gesetze einer strengen Kirchenzucht.Ein solches Verfahren mußte ihm einen Namen ver-schaffen'^). Calvin , der sich davor fürchtete, verschwiegden Verfasser und floh von Basel . ,,3ch bin so scheu,
> sagte er, daß ich mir immer einen Schlupfwinkel vorden Leuten suche; aber es gelingt mir so wenig, daßalle meine Zufluchtstätten zu öffentlichen Schulen wer-
: den'^)." Er war also schüchtern, wie Luther finster ge-
> wesen: es mußte sie ein frischer Geist zu dem machen,
i was sie geworden sind. Er begab sich an den Hof der
> Herzogin von Ferrara , deren Tugenden, Wissenschaft und
, Gastfreundschaft berühmt waren
> Allein die große Wirkung seiner Predigten trieb ihn
, bald auch aus diesem Asyle. Als er nicht wußte, wohin
- er sich wenden sollte, machte er sich wieder nach Basel
, auf den Weg, bisher den einzigen Ort, wo er die Ruhe
; in der Arbeit gefunden hatte. Am 5. August 1536 kam
^ er in Genf an, und wollte nur übernachten, ohne je-
^ wanden zu sehen. Aber da sich das Gerücht verbreitet
i
187) Diese erste Ausgabe der Institutionen von 1535 hat nur sechs1 Kapitel; die letzte, die von Robert Etienne von 1559, hat
I achtzig. Obgleich das Werk in der Zwischenzeit oft und unter
, verschiedenen Umständen umgegossen worden ist, findet man doch
^ keine Spur einer Aenderung; Calvins Leben war ein Ge-
danke. — Gerdez, NiscsIIsnes Krooin^islls, hat die Ge-§ schichte des Buches entworfen. — Vorrede zu Theil 9 der
Werke Calvins, Ausgabe von Amsterdam 1K67. — In eben demJahre 1535 ist der Fürst von Macchiavelli erschienen,o 188) Vorrede des Commentars zu den Psalmen.
189) »Kt lui laisait äs si dellss sämonestations, qu'ello Is
- priait eontinusr tovgours." — Bavle, Art. Ferrara . — Kerüsr,
e 8pecimeir Italiav lelormatss. — Schelhorn. — Maccrie über