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dieß alles abgeschafft worden: damit es nun gleich ge-halten werde, berief Bern nach Lausanne eine Synodeund dazu die Geistlichen Genfs ein, und bat diese Stadthernach, seine Kirchengebräuche anzunehmen. Die Räthewilligten ein, die Pfarrer aber nichts. Sie hingen zwarnicht hartnäckig an ihren eigenen Formen; aber sie woll-ten die Genferkirche von den Herren zu Bern unab-hängig erhalten, und ihre geistliche Gewalt nicht schmä-lern lassen.
Dies war nur Nahrung für die innere Zwietracht.Die Libertiner schwärmten des Nachts in starken Bandenherum, und lösten vor der Wohnung der Pfarrer ihreBüchsen. Sie drohten diesen, sie in die Rhone zu werfen,wenn sie die Kirchengebräuche nicht zulassen wollten. Für diePfarrer war der Name Berns kein Schutz mehr. SiebenRathsglieder, die ihnen befreundet waren, wurden unterdem Vorwande abgesetzt, sie hätten sich mit dem Königevon Frankreich eingelassen. Die Stadt war in die äußersteVerwirrung gerathen. Der blinde Pfarrer Corault, dermehr Eifer als Klugheit besaß, verglich sie mit demKönigreiche der Frösche: er wurde verbannt. Da dasOsterfest nahete, erklärten Farel und Calvin vor demRathe, unter so viel Zerrüttung und Gotteslästerungkönnten sie das Abendmahl nicht austheilen. Sie bestiegendie Kanzel mit brennendem Herzen, und riefen: Wie,sollten wir das Sakrament entheiligen und es blindlingsaustheilen unter die Menge, die sich lieber an dem ZorneGottes berauscht, als das Brod des Lebens empfängt?Ohne das Abendmahl gegeben zu haben, schritten siezwischen gezückten Degen aus der Kirche. Am folgendenMorgen, den 23. April 1538, erhielten sie den Befehl,
204) Sie wollten den Entscheid den Schweizerstädten überlassen.