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Cardinal Sadolet, um Genf für die römische Kirche, dieer die Einheit Christi nannte, zu gewinnen. In derStadt vermochte niemand den Handschuh aufzuheben, dender schönste Geist des römischen Hofes und der weltkun-digste, hingeworfen. Nur der Verbannte that es, derüber sein Genf mit dem sorgsamen Gemüthe eines Pfar-rers noch wachte. Calvins Antwort war ein Mustervollendeter und seiner Sprache. „2hr habet richtig gesagt,schrieb er; Gott gebietet uns, seid eins; aber sprecht esganz aus; er sagt, seid es in mir. 2hr werfet unsSchisma vor; — mein Gott! du weißt es, nicht von dirhabe ich mich getrennt! — Ketzerei; — du weißt es, obich nicht treu der Kirche erstattet habe, was mich deinWort gelehrt hat. Zch habe keinen Wunsch auf der Erdegehabt, als deinen Namen verherrlicht zu sehen. Niehat man mich eine fremde Fahne aushängen sehen, son-dern immer nur deine edle Standarte ^).
Dieselbe Anarchie herrschte in der Regierung der Re-publik. Genf hatte drei Gesandte nach Bern geschickt^"),um einige Punkte der Souveränität über die Besitzungendes Stiftes zu ordnen. Was die Gesandten eingingen,schien dem Volke sein Recht zu verletzen; es schlug dieBestätigung ab. Berns Bitten, Drohungen sagten dieBürger nur in größer» Zorn. Seit Franz I. und Karl V. zu Nizza Friede geschlossen, wußte die kleine Republiknicht, ob sie Bern oder Frankreich mehr zu fürchten habe.Dessen ungeachtet schwuren die Bürger, ihre Stadt lieberin Flammen aufgehen zu lassen, als den Bernern nach-
kaits par Llorariä, Nsrcourt, vernsrä st vs !a Nar, äsleur oMes äs pasleurs, 31 Des. 1538.
219) Opera, eäii. ^wstel. VIII, 106. oxusc. 122.
220) April 1539.