Band 
Erster Theil.
Seite
303
JPEG-Download
 

303

nungm als man plötzlich Kunde erhielt, die altenspanischen Banden und die päpstlichen marschiern durchTyrol, und von Belgien her sei eine andere Armee imAnzüge. Erstaunt, entmuthigt durch den Abfall meh-rerer aus ihnen, entzweit wie jeder vielköpfige Staats-körper, sammelten die Glieder des schmalkaldischen Bundesschleunig ihre Truppen ").

Diese Bewegungen erfüllten die Schweiz mit Besorgnißund Mißtrauen. Auf ihrer Reise nach Trient durchzogendie Bischöfe die Kantone. Der Papst empfahl den Eidge-nossen , die Versammlung auch zu beschicken. „ Die Nation,"so schrieb er ihnen, „die der heilige Stuhl höher achtet, alsalle andern Nationen, die Söhne seines Herzens, dieVertheidiger seiner Freiheiten, sollten sie allein sich fernehalten von der allgemeinen Kirchenversammlung der Chri-sten? Wenn sie die täglich durchreisenden Spanier,Deutschen , Franzosen sehen, könnten sie ruhig dabei sein,daß sie noch nichts gethan haben, um unsern heiligenKirchensatzungen zu gehorchen ")?" Die kaiserlichen Ge-sandten halfen den päpstlichen die Besorgnisse zerstreuenund ihre Gegner anschwärzen; endlich verlangten sie

10) Entgegen den Verträgen übergab er jedoch das Schloß Muffoan Medicis. Tagsatzungsabsch. 14. Dezember 1544; Febr .1545 u. s. w.

11) Sleidan, XVIl.

12) Der Papst mahnte auch die reformirten Städte, ihre Gesandt-schaften abzuordnen, und an das Heil ihrer Seelen zu denken;aber Zürich antwortete: Paulus ist auch nicht erschienen vor demRathe zu Jerusalem, der aus seinen Feinden bestand. Athanasius und Ambrosius folgten den Einladungen der Bösen nicht: wirWerden uns eben so wenig an einen Ort hin begeben, wo wirschon gerichtet sind. — Pfarrer Gwalther in Zürich schrieb seinePredigten über den Antichrist, die er Philipp von Hessen zu-