315
Gott, Eine Tauft, Einen Kaiser" gelesen zu haben.Ueberall versicherte man, Karl werde alles den Gebotendes Concils unterordnen. Gleichwol war noch immerdie Schweiz unschlüssig und zerrissen.
Endlich jedoch trat das Bedürfniß einer Annäherunghervor. Zm reformirten Lande hatte sich das Gerüchtverbreitet, die Katholischen hätten um Geld dem Kaiser zu-gesagt, ihn nach Belieben gegen Konstanz handeln zu lassen.Diese Beschuldigung von sich zu stoffen, ließen die V Orteden Städten sagen^): „Es spricht der Kaiser gar lautvon seinem Concil. Bald wird er uns dazu einladen,und können wir uns über die Antwort nicht verständigen,so ist der Krieg vor der Thüre und um die Eidgenossen-schaft ist's geschehen. Warum solltet ihr euch aber nichtder Entscheidung unterwerfen, welche der heilige Geistden versammelten Vätern eingeben wird? Will der Kaisermehr, dann vereinigen wir uns wider ihn. Und euernStreit mit dem Herzog von Savoyen, wollet ihr ihnnicht unserm Urtheil anheimstellen?"
Die Städte brauchten mehrere Monate, um sich überseine Antwort zu verständigen; sie hätten gerne alle viereine gemeinsame gegeben, und Basel hatte sich von ihnengetrennt"). Zn Basel wollte man dem Concile sich fügen;schon hatte man verboten gegen das Interim zu schreiben,oder in Predigten die Anhänger der Messe Teufel zunennen , und aufs Beste empfing man die Boten der
41) October 1348. — I1ottin§ori Historik» oecles. III. 783.Stettlerll. 159.
45) Der Bürgermeister, Bernhard Meyer, war in den Augen derPrediger viel zu sehr ein Freund der Eidgenossen. »limeo4o istius schrieb einer derselben.
48) Mycvnius achtete nicht darauf. „Man kann nicht sagen, werChristus ist, wenn man nicht sagen darf, wer der Teufel ist."