Band 
Erster Theil.
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Siannogallo, in einer breiten Ebene, die ein tiefer Grabendurchschneidet. Gleich anfangs wich die Reiterei, undließ das Fußvolk allein im Gefechte mit Medicis , der es ,durch seine Reiterei in den Flanken, durch sein Fußvolkin der Fronte angreifen ließ. Zwei Stunden hieltensie aus, am entschlossensten die Bundtner, die fast allemit ihren Leichen das Schlachtfeld deckten. Wer amLeben blieb, fiel Medicis in die Hände. Sonst ließ dieserjeden hängen, der ihm widerstanden; aber ihr Muthhatte Eindruck auf ihn gemacht, der selber Muth besaß,und vielleicht zum erstenmal behandelte er seine Gefangenenmit Großmuth. Als ihm der Kaiser, um die Alpen vonihm bewachen zu lassen, zur Belohnung für seine Dienstedie Städte am Comersee, den ersten Schauplatz seinerRäubereien, schenkte, benahm er sich, so lange er nochlebte, als ein Freund der Rhätier "?). Siena unterlagAls alle Burgen, von denen die Stadt geschützt war,nach einander gefallen, als ihre Bevölkerung von dreißig-tausend Seelen auf zehntausend eingegangen, und keineNahrungsmittel mehr zu finden waren, ergab sie sich"°).

Für lange Zeit wandte die Freiheit sich weg von Italien .Ziehe ich je noch über die Berge, so will ich michan jene Mauern setzen, die der Freiheit letzte Zufluchtgewesen; will die Stellen betrachten, die von ruhmvollen

117) Er starb zu Mailand am 8. Nov. 1555. Auf seinem prächtigenMausoleum in der Hauptkirche zu Mailand , liest man eine langeInschrift mit seinen Ansprüchen auf Ruhm. Ich hätte dieWorte eingegraben: „Ein Feind der freien Völker, ein Freundvon Aretin." In Rhätien wurde die kriegerische Faktion füreinige Zeit entmuthigt. Saluz an Bullinger, 12. Nov. 1554.

118) 2. April 1555.

119) Thou, XIV. 269. - Montluc , III. 118. - Zschokke , Ge-schichte der drei Bünde im hohen Rhätien.