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Graf Michael war katholisch, war Freiburgs Bundes-genosse, ein Freund des unzufriedenen WaadtländischenAdels, ein alter Gast am Hofe Savoyen ; alles Beweg-gründe für Bern , ihn zu unterwerfen. Heftig bedrängt,von Freiburg schwach vertheidigt, setzte er seine letzteHoffnung auf den König von Frankreich , der als ErobererSavoyens eben so großen Anspruch, als Bern, aufseine Huldigung zu haben glaubte. Er eilte nach Paris ,stellte sich unter den Schutz des Königs, und bot ihm,da sich Franz I. mit dem Kaiser im Kriege befand, seineneigenen Arm und seine Greyerzer an. Darauf kam ernach der Schweiz zurück, und erschien sogleich zu Bern ,nicht um als Vasall zu huldigen, sondern als ein Fürst,der einer verbündeten Stadt die Erneuerung alter Verträgeanbieten wollte. Vornehm sagten die Herren von Bern :„Unterwerfet Euch, oder wir ziehen auf Greyerz !"—„„Ich bin nur für gewisse Lehen Euer Vasall, weiterwill ich es nicht werden, aber stets Euer treue Freund undEuer gute Mitbürger bleiben."" Bern zeigte sich empfind-lich, als plötzlich Boisrigaud, der Gesandte Frankreichs ,erschien und fragte, ob man seinen Herrn nöthigen wollezur Intervention und zur Behauptung seiner eigenenRechte. Da die Berner diese Sprache hörten, ändertensie die ihrige, empfingen den Grafen freundlich und höflich,und redeten vorerst nicht mehr von Unterwerfung "°).
Der Graf führte nun dem Könige die versprochenenTruppen zu. Sie kämpften bei Cerisolles, und warennicht glücklich. Aermer, als je, kam Michael in seinSchloß zurück, da der König, weil seine Leute ge-
140) Nach der Chronik. Die Erzählung ist ganz natürlich. NachStetster hätte der Graf eine Frist von sieben Monaten er-halten, um seine Rechtstitel zu suchen, und diese Zeit hätte erdazu verwendet, den Kaiser zur Intervention zu bewegen.