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Malen brüderliche Briefe an die Schweizerstädte ge-richtet, schrieb ihm Calvin: „Es ist etwas Großes, einKönig zu sein, aber ungleich besser, ein Christ zu sein.Gott hat Euch also, Sire, ein unschätzbares Vorrechtgegeben, indem er Euch zu einem christlichen Könige, undzu seinem Stellvertreter gemacht hat, sein Reich in Eng-land zu erhalten. Die Sache ist von der Art, daß, wennman sich auch aufs Aeußerste angestrengt hat, immernoch viel zu schaffen übrig bleibt. Zielet also scharf,Sire. Die hl. Schrift lobt die Könige, welche den Götzen-dienst abgeschafft, aber sie tadelt auch die, welche ihnnicht ganz aufgerieben haben. Nehmet gute Posaunen,die ins Innerste der Herzen dringen. Ein kurzer Lehr-begriff und eine Anleitung zum Unterricht muß eingeführtwerden; es hat sich noch keine Kirche ohne Katechismusbehauptet. Und nun zum letzten Punkt: ich bezweiflenicht, daß es in Euerm Reiche Verordnungen gebe, um dasVolk auf ehrbaren Wegen zu erhalten; aber die großenAusschweifungen, die ich überall in der Welt sehe, nö-thigen mich, Euch zu bitten, Ihr möchtet dafür sorgen,daß die Menschen in der Zucht erhalten werden. Wiedie Lehre die Seele der Kirche ist, so die Züchtigungihre Kraft»)."
Zn Italien richtete Calvin die Herzogin von Ferrara in großen Widersprüchen auf. Seine Schreiben gingen
16) An den König, Januar 1551, bei Uebersendung des Commentarszn Jesaias; den 4, Juli 1552, mit der Erläuterung des 87Psalms, — Den 22, Oktober 1546, an den Protector, —De Thou, III, 253, 258, 273, — Sleidan. XIX, 338. —Strype, II, 316; Füller , 107.— Cartwright: „Regentensollen der Kirche nach den Worten Gottes vorstehen; sie sollendas Scepter neigen, ihre Krone wegwerfen, und, wie der Pro-phet sagt, der Kirche den Staub von den Füßen küssen." DieseSprache ward in Zürich getadelt,