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einer von ihnen, Roux Monnet, die Thaten der Aposteldargestellt hatte. Einige Mitglieder der Räthe hattenRollen übernommen. Die Geistlichen hatten das Stückgelesen und es nur erbaulich gefunden. Calvin sprach sichnicht auS. Zwar hielt er die Schauspiele nicht für strafbar,allein er fürchtete ihre Gewalt über die, welche Lustdaran bekommen. So locker waren damals die Sitten,daß Spiel und Tanz leicht in Schelmerei, in Rohheitund in Ausschweifung übergingen, und vorn Hange zuFesten die Verschwendung des Staatsguts, Käuflichkeitder Gerichte, Zänkereien und Zwietracht in den Familienzu besorgen war ^). Indessen ließ Calvin der Sacheihren Gang. Am Sonntage nach Pfingsten wurde dasStück, unter starker Wache an den Thüren, zur Erbauungdes Volkes gespielt. Tausend Stimmen verlangten einezweite Aufführung. Der Rath widersetzte sich nicht, in-sofern die Politik sich nicht der Bühne bemächtige. Erließ sogar bekannt machen, daß, da das Schauspiel sehrgroße Erbauung gewähre, die Schuldner demselben bei-wohnen dürfen, daß dieses auch Franz Favre gestattetsei, und daß die Wirthe ihre Schenken wieder öffnenmögen. Die Stadt war wie in einem Rausche. KasparFavre, Perrins Schwager, der vor das Consistoriumgeladen wurde, erschien in umgeworfenem Mantel, underklärte, daß er auf keine Fragen Calvins antwortenwerde; daß er nur herkomme, ihm zu trotzen; daß cr-emst Syndic sein und sich nicht werde hindern lassen, dieFrauenhäuser wieder herzustellen °°). Jetzt glaubten die
48) Nathsprvt. — Bnefe Calvins im neunten Bande seiner Werke,S. 214.— Calvin selbst spielte vhne Bedenken-, aber nur das un-schuldige Schlüsselspiel, in welchen man Schlüssel sv nahe alsmöglich an den Rand eines Tisches wirft. Mvrus.
50) Den 18. Juni 1546.