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Geistlichen, nicht langer schweigen zu dürfen. Einer ausihnen, Cop, predigte gegen das Schauspiel. „Habt Acht,"sagte er, „daß die Bosheit nicht am Ende meine,es gebe keinen Gott und keinen Teufel, wenn man sieauf der Bühne spielen sieht. Für alle ist das Schauspielgefährlich; für Frauen besonders unschicklich. Wahrlich,es muß eine schamlose Person sein, die der Bühne ihreKörperreize zur Schau trägt, um unreine Gelüste inden Herzen der Zuschauer zu wecken." Kaum hatteCop geendet, als die Schauspieler sich als Beschuldigtestellten, und Verhaft begehrten, bis der Richter ihreUnschuld anerkannt hätte. „Mit Calvin und der Geist-lichkeit haben wir nichts zu schaffen," erklärten sie,„wir klagen gegen den allein, der uns beschimpft hat."Gleichwohl antwortete Calvin: „Eine Klage wegen derPredigt ist nicht die Sache eines Einzelnen, die Geist-lichen machen sie zur ihrigen." Die ganze Stadt nahman diesem Streite Theil, als eine Nachricht sich ver-breitete, auf welche der Taumel plötzlich dem Gebetewich Es war der Feldzug, den in diesem Zahre1546 der Kaiser mit hunderttausend Mann gegen dieProtestanten Deutschlands eröffnete. Als dies bekanntwurde, füllten sich die Tempel, und das Volk bekannte:„um seiner Sünden willen quäle der Teufel die eifrigenDiener des Evangeliums." Die Nothwendigkeit einerVersöhnung Gottes war ihm klar. Die Zehner gingenvon Haus zu Haus, um die Leute, welche sich von ihremGlauben nicht Rechenschaft geben konnten, für den Ka-techismus zu gewinnen. Die Sittengesetze wurden
51) Den 12. Juli.
52) Beschluß vom 2. August: Unzüchtige, wenn sie verheirathet waren,mit neun — sonst mit sechs — Tagen Gefängniß bei Wasserund Brod zu bestrafen.