Band 
Erster Theil.
Seite
374
JPEG-Download
 

374

Verschärft; fünf und dreißig Personen, welche sie über-treten, an einem einzigen Tage bestraft. Zu gleicherZeit goß man Kanonen; mit Hülfe der armen Flüchtlingevon Merindol hoben sich die Bollwerke Cornavin undDu Pin. Die Genfer waren entschlossen, für Religion Iund Freiheit bis zum Untergänge standhaft zu bleiben^).

Jetzt hörte man wieder auf Calvin "). Auf ihn, dieseStütze der Reform, richteten sich alle Blicke, nachdemDeutschland unterlegen, und Melanchton , Bucer und Martyrverstummt waren. Groß offenbarte sich nun sein Muth.

Um die Ueberwundenen wieder aufzurichten, schrieb erihnen: „Hoffen wir, und wir werden es erleben; unsereVater sind in den größten Prüfungen standhaft geblieben.Wir haben unser Vertrauen auf menschliche Hülfe gesetzt;nun thut es Noth, daß wir uns der Treue Gottes erin-nern. Wenn wir unter dem Kreuze des Erlösers kämpfen,so übersteigt das schon alle Triumphe der Erde " ").

Er, den die Genfer befeindet hatten, wurde ihr Organbei den evangelischen Kantonen und der ganzen refor-mirten Gemeinschaft. Indessen hatte ein gemeinsamesInteresse den König von Frankreich und die Eidgenossengenähert. Die Gesandten Heinrichs II. versicherten auchGenf der Freundschaft des Königs ^, die Boten der Kan-

53) Prot.

54) Calvin mußte jenen sv seinen Brief entwerfen, den die Rätheam 20. September an Bern schrieben; er erstattete einen Berichtüber die Angelegenheiten in Deutschland , am 10. Februar 1547,und setzte es durch, daß jedem der Tod gedreht wurde, der vomAusland Jahrgelder bezöge, 15. Febr. Prot.

55) Opera, IX, p. 79 u. folg.

56) Rüset, V. 12. Prot. vom 28. Juli bis 15. Sept. 1547.Dann im Januar 1548. (Ungedr. Briefe.) Briffac und Marillac