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für ketzerisch gelten, er sie nicht in dessen Mauern aus-gesprochen, sondern in einem nur den Gelehrten zu-gänglichen Buche behandelt habe. Er rief endlich, wieBolsec, das Urtheil der schweizerischen Städte an
Wenige Zahre vorher war in Bern ein Franzose, derseinen Unglauben an die Dreieinigkeit verrathen, als einWahnsinniger behandelt worden Aber die Zeiten hattensich geändert. Die schweizerischen Kirchen waren im Auslandeverschrien worden, sie fördern die Ketzerei, weil sie zahl-reiche Flüchtlinge ausgenommen, von denen mehrere, be-sonders die Ztaliener, nicht bei den Lehren der Reformationstehen blieben. Zetzt glaubten sie, Gott habe ihnen eineGelegenheit gegeben, von diesem Vorwürfe sich zu reinigen,und ermähnten demnach Genf , den Bösewicht außer Standzu setzen, sein Gift zu verbreiten. Noch machten die Li-bertiner einige unnütze Versuche zu Servets Rettung.Perrin wollte ihn durch den Rath der Zweihundert be-urtheilen lassen; aber die Verfassung erlaubte es nicht.So wurde Michael Servet von Villeneuve in Aragon,am 26. Oktober 1553, verurtheilt, auf dem Champelplatzein den Flammen zu sterben. Selbst Calvin verwendetesich nun umsonst um Milderung der Todesstrafe; umsonstgaben Farel und er sich alle Mühe, den Unglücklichen zubewegen, daß er in Zesu Christo den Sohn Gottes an-erkenne. Noch indem er den Scheiterhaufen bestieg, er-klärte Servet, wenn er sich geirrt, so sei es aus Un-wissenheit geschehen. Zetzt überließen ihn die beiden Geist-lichen dem Satan. Er schenkte ihnen Verzeihung, undverschwand in den Flammen
132) Kirchhofer, Leben von Farel.
133) Ruchat, VI, 40. - Oper». IX, 72.
134) „Er besaß sechs goldene Ringe: einen großen Türkis: einen