Band 
Erster Theil.
Seite
397
JPEG-Download
 

397

sich jeder Strafe würdig geglaubt haben würde'^). SogarBolsec hielt seinen Beifall nicht zurück: in feinen Augenverdiente Servet nicht mehr, auf der Erde umzugehen;er hätte alle vertilgen mögen, die ihm glichen

Nur einzelne Stimmen, die sich im Tumulte derParteien verloren, wagten es, die Menschlichkeit des Ur-theils in Zweifel zu ziehen. Castellion, der Genfer Flücht-ling zu Basel , verbarg sich hinter dem Namen Bellius,um der Kirche das Recht zu bestreiken, die Ketzer mitdem Schwerte zu strafen; allein Calvin und Beza züch-tigten ihn in Schriften, die man für unwiderlegbarhielt "2). Wohl seufzte manches Herz darüber im Stillen,daß die Vernunft so schwach gegen die herrschenden Leiden-schaften war. Der Stadtfchreiber Zurkinden von Bern

137) Lpislolso, Op. IX. — Sleidan. —- Roset schreibt: »Lsslalionn'a pss si dien prokito dsns Leneve, qu'on ^ vouille ,io«ussr v>eu do cruaulo, gnand il comwando 6'exlerminsrlos apostsls. » Die Supremat- und Uniformilätsakte in Eng-land ist von, Jahre 1662.

138) »Lot oid ot rnonstrueux keretiguo.» Vie do Lslvin,par volsec.

139) vo noo puniondis Kladio ksroUeis. Der Ruf blieb ohneAnklang. Castellio, vor den Geistlichen zu Basel , bekannte sichnicht als Verfasser des Buchs. — Hera ad dekeris. ot repreli.Lsslallionis, p. 471. — Laz-Io, Lastallioii. — Die Ant-worten in Calvin, VIII, 510: Ikidolis oxpositio orrorum8ervoti, ubi doceturjurs zlsdii coorcendos osse kerelicos. —Lern, do kerelicis puniondis. — Sie täuschen sich nur inEinem Punkt: sie vergessen, daß sie Menschen sind. Die Theokratie setzt Engel zu Geistlichen voraus.. Viel höher als dieReformatoren stand jener Kirchenvater, welcher sagte: „DasWort Gottes geht über die Schranken des Menschengeistes,und die Seele eines Menschen kann die Wahrheit nicht voll-kommen verstehen. Wer also redet, der schweige, so bald einanderer die Einsicht erlangt, die ihm fehlt." Firmilian , Bischofvon Kapadocien.