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zerstörten. Damals gewann Caraffa auf Paul III. Ein-fluß; ein düsterer, glühender Mann, voll Leidenschaft fürden Ruhm des Katholizismus. Es genügte demselben nicht,daß das Concilium den Begriff der Ketzerei bestimmthatte, und daß die Jesuiten sie mit Worten bekämpften;die Hand sollte bestrafen, was der Mund verurtheilte.Caraffa rieth zur Inquisition und fand Gehör. Die alteInquisition der Dominikaner war in Verfall gerathen; nurSpanien konnte noch ein Muster entlehnt werden. Am21. Juli 1542 erschien die Bulle, welche sechs Commissariendas Amt verlieh, alles zu vertilgen, was vorn wahrenGlauben sich entfernte. Ihnen waren die ordentlichenRichter unterworfen; ohne weitere Mittheilung konntensie einkerkern, verurtheilen und nach kanonischer Vor-schrift Confiscation der Güter und Todesstrafe verhangen.Es stand ihnen frei, ihre Gewalt zu übertragen, wem siewollten; dem Papst allein kam das Begnadigungsrecht zu.Sobald dieses Dekret erlassen war, begann die Inquisitionihr Werk: nun war kein Erbarmen mehr, selbst gegenden Reuigen nicht I.
Es gab Ketzerei überall auf der Halbinsel. Ihrestärksten Sitze waren die Akademien, und die StädteSiena, Ferrara, Neapel , Lukka, wo politische Unzu-friedenheit gährte. Ueberall fand daher die kalte Wuthder Inquisition zwei eifrige Gehülfen im Parteihasfe undin der trockenen, unwissenschaftlichen Orthodoxie, die eifer-süchtig ist auf alles, was durch Geist sich geltend macht.Bisher hatten die Bücher der Reformatoren durch dievenezianischen Kaufleute in ganz Italien Verbreitung ge-sunden. Iwingli's und Melanchtvn's Werke waren be-kannt unter den Namen CogeliuS und Messer Zppofilo di
i) LuII»,ium dksriibini ms^num, I, 756.