Band 
Erster Theil.
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Terra Negra, und wurden selbst im Vatican unmittelbarnach ihrem Drucke gelesen. Jetzt änderte sich alles. Derrömische Hof begann-den Index der verbotenen Bücher,und veranstaltete aus denselben ein ungeheures Autodafe.Jene Männer der Mäßigung, vor kurzem noch zahlreich,die eine Reform der Kirche durch die Kirche selber ge-wollt, und deren Räthen Paul III. im Anfange gefolgtwar, wurden alle zerstreut. Die Schwachen suchten sich inVergessenheit zu bringen; die Starken gingen zur Reformüber. Nach wenigen Tagen waren die Gefängnisse derInquisition angefüllt, und deckten sich die Straßen überdie Alpen mit Flüchtlingen.

Mehrere dieser Verbannten waren Italiens Zierden:von Occhin hatte der Kaiser gesagt, nachdem er ihnpredigen gehört; „dieser Mann könnte Steine erweichen."Zu Siena hatte er das Licht der Welt erblickt?). Nochwar er Kind, als schon ein glühendes Streben, denHimmel zu verdienen, sich seiner Seele bemächtigte. Erwar in den Franziskanerorden eingetreten, weil er ihn fürden strengsten hielt; als er erfahren, daß die Capuzineran strenger Lebensweise die Franziskaner überträfen, hatteer sich unter jene aufnehmen lassen. Aber wie Luther ,hatte er den Frieden erst kennen gelernt, nachdem erdenselben, anstatt ihn durch seine Werke erwerben zuwollen, als ein Geschenk der göttlichen Barmherzigkeitempfangen hatte. Obgleich er seinen Glauben von derKanzel verkündet, hatte ihn der Orden zu seinem Generalund Paul III. zu seinem Beichtvater gewählt. Ueberallberief man ihn: zu Perugia war durch seine Beredsam-keit vieljährige Entzweiung gedämpft worden; in Neapel

2) Schellhorn. — Maccrie, die Reformation in Italien . — LeräesItnlia relormst». — Ranke, die römischen Päpste.