Band 
Erster Theil.
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gingen iiuf seine Empfehlung eines christlichen Werkes inEinem Tage fünftausend Kronen ein. Stets wandelte er zuFuß, gemäß der Einfachheit feines Ordens; doch wo derbleiche Mann mit bis auf die Brust herabhängendem Silber-barte hinkam, wurde er mit den Ehren empfangen, die manden Höchsten erwies. Wie groß war fetzt die BestürzungItaliens , als man erfuhr, daß Occhin, einer der erstenvor das Znquisitionsgericht geladen, die Flucht ergriffenhabe! Auf der Höhe des St. Bernhards stand er stille,warf den letzten Blick auf fein schönes Vaterland, ver-gegenwärtigte sich den dort genossenen Ruhm, die sich umihn drängende Menge, die Bewunderung eines für alleZauber der Beredsamkeit empfänglichen Volkes. WennRedner und Dichter ihr Heimathland verlassen, so opfernsie alles. Occhin dachte an Gott, und stieg nach Genf hinunter ^).

Peter Martyr war für die Gelehrten, was Occhin fürdas VolkH. Von reicher und edler Familie zu Florenz , warer frühzeitig in den Orden der regulirten Chorherren getre-ten, die an wissenschaftlicher Thätigkeit alle andern in Italien übertrafen. Zwingli's Werke hatten ihn das Evangeliumkennen gelehrt. Zu Lucca , wo er als Prior lebte, flößteMartyr den angesehensten Männern der Stadt Liebe zurheiligen Schrift ein, als man ihn vor den Schlingenseiner Feinde warnte. Er nahm mit seinen Freundendas letzte Abendmahl, und floh nach Zürichs ). Einegroße Zahl Lucchefer folgten später seinem Beispiele. Die

3) Loverio, ^iinsli 6i llapuciiii, I, 438. — Macerie. — Meyer,die Gemeinde in Locarno , I, 27.

4) 8>iiimlsr, OraUo 6s vlta l>. Llsrlvris. — Kellers 6i vswko. —Martyr war nächst Calvin der beste Schriftsteller der Reform!aber noch voll Scholastik.

5) 14. Februar 1543.