Band 
Erster Theil.
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von Turin , der auf der Hochschule dieser Stadt eineseiner Abkunft würdige Erziehung erhalten hatte. Auseiner Bibel, die sich im Nachlasse seines Vaters ge-funden, hatte er den Glauben geschöpft. Reich an Kennt-nissen, von offenem Wesen, und unerschrocken, wie erwar, liebte er den geistigen Kampf, und suchte ihn auf.Bald mußte er nach Ferrara, darauf nach Lucca fliehen,wo er eine Zeit lang Martyr versah; endlich zog er überdie Alpen"). Bern stellte ihn an die Spitze des Collegiumsvon Lausanne "). Der gelehrte und fromme Hof vonFerrara mußte sich zerstreuen"'); ja, selbst Venedig sahsich gezwungen, sein Haupt zu neigen: es schonte zwardie Fremden, die es nicht aus seinen Hafen verscheuchenwollte, opferte aber seine eigenen Söhne"). Die zuVicenza, Padua, Treviso und Bergamo entstandenenCongregationen wurden aufgelöst, und die meisten ihrerGlieder flüchteten in die am nächsten gelegenen schweizeri-schen Thäler. Zuerst nahm sie Chiavenna freundlich auf.

Diese kleine Stadt war durch Handel zu solcher Blüthegelangt, daß ihre Bevölkerung, seit sie zu Bündten ge-hörte, sich verdoppelt hatte"'). Castelvetro las daselbsteinem zahlreichen Kreise begeisterter Jünglinge den Ho-mer "). Die Häupter der Bünde hatten den Bruder

10) Im Jahre 1542. — Ruchat, IV, 481. — Gerdes, 236. —Als er nach Italien zurückkehrte, um seine Familie zu holen, wurdeer beinahe verhaftet. Schon hatten ihn die Häscher umringt.Er wollte sich ergeben. Doch auf dem Tische ein Messer ge-wahrend, ergriff er es, trieb die Häscher zurück, schritt durchihre Mitte, schwang sich auf ein Roß und verschwand. Gerdes.

11) Und des Pensionats der Prebendaires. Gerdes.

12) Maccrie.

13) Sie wurden zur Galeere verurtheilt, oder verbannt. Vor 1560weiß man kein Beispiel von Todesstrafe. — Gerdes.

14) Seit 1512.

15) Rnd. vonSalis beschützte ihn und setzte ihm nach seinem Tode