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zu verstehen. Den Nordländern hierin überlegen, undgeschärft durch vielseitiges Studium der Philosophie,huschten diese Kopse auch in theologischen Dingen 2°)nach immer neuen Problemen. Sie beunruhigten da-durch die Pfarrer zu Chur , die um so ängstlicher fürdie junge reformirte Kirche besorgt waren, als dieselbein Rhätien noch einer zarten Pflanze glich, die der leisesteWind knickt. Da mehrere jener Flüchtlinge die Taufeder Kinder verwarfen, so brachten die Geistlichen gegendiese das Gesetz in Anwendung, nach welchem die Wieder-täufer Verbannung traf. Mit dem Sicilianer Camillo,dem gewandtesten der Neuerer, traten sie in ein Religions-gespräch ein; und da sie ihn nicht überzeugen konnten,ließen sie ihn ebenfalls verbannen P.
Inzwischen flüchtete nach Blinkten ein Mann, dessenhoher Rang auf ihn alle Blicke zog: Paolo Vergerio^).Wir haben gesehen, wie er in Deutschland , des heiligenStuhles Legat, die Gemüther auf die Versuche zu Regens-burg vorbereitete. Zur Belohnung erhielt er, statt desPurpurs, den er erwartete, das Bisthum Zstrien, wo-
20) „Stets bereit, sich zu erhitzen, niemals, Belehrung anzunehmen."
L l) Meyer, 45. — Porta, 86. — Commander an Bnllinger, 1. Juni1548. — Salnz an Bnllinger, 23. Febr. 1552. Porta, 44,94, 121, 157, 167, 225.
22) llanlu, Storia di liomo, II. 172. — La^Is, Xrt. VsrKer. —Pallavicini, Trident. Concil. — Tiraboschi, VII. — Sleidan,XIII. (1541) stellt ihn im schönsten Lichte dar. Vergerio warder Meinung derer, welche eine Reformation des Katholicismusdurch den Katholicismus wollten. Viele Jnconseqnenzen erklärensich aus der falschen Stellung, in die ihn das Festhalten andiesem Grundsatz gebracht hat. — Schellhorn, Apologie, 42.—Meyer, I. 36. — «Vespere, äußerte Calvin, qu'il perseve-rsra. de erains qu'il oe se lasse trop d'süaires. Lu con-nais les esprils iuguiels ds cetts liaticm." An Farel, 10. No-vember 1550.