Band 
Erster Theil.
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hin er sich wie in die Verbannung begab. Zwar hießes, er habe wahrend seines Aufenthaltes in Deutschland mit den Reformatoren zu enge Verbindungen angeknüpft;allein die Aenderung in der römischen Politik erklärtehinlänglich seine Ungnade. Mit seinem unruhigen Ge-müthe, einem Gemische von Gewissenhaftigkeit, Ehrgeizund Eitelkeit, konnte Vergerio dieses Mißgeschick nicht er-tragen. Eine Zeit lang hoffte er durch den Einfluß desKönigs von Frankreich sich wieder zu heben: da dies nichtgelang, so entfielen ihm harte Worte über den hl. Stuhl.Er erfuhr, die Inquisition wolle ihn aufgreifen, bliebindessen unschlüssig, was er thun solle, bis er zu Padua dem Tode eines Unglücklichen zugesehen, der, nachdem eraus Furcht den reformirten Glauben abgeschworen, vonGewissensbissen verfolgt, seinem eigenen Leben Gewaltangethan hatte. Von diesem Anblick überwältigt, raffteer seine Kräfte zusammen und floh^).

Anfangs schien dies für die Reformirten ein freudigesEreignis zu sein. Sie sahen in Vergerio einen Mann,der seiner Ueberzeugung die größten Opfer gebracht, undder, eingeweiht in die römische Politik, auch die Mittelkannte, diese zu bekämpfen^'). Bald aber lernten sieihn auch von anderer Seite kennen^'). Man traf ihn

23) Maccrie. — DePorta, II. 143.

24) De Porta, 97. Er citirt den Venetianer Alfieri.

25) Er war einer jener Menschen, die nicht ohne Geschäfte seinkönnen und meine» , es gehen die Geschäfte nicht ohne sie. Pal-lavieiui, I. Buch IV. Cap. 22. — »kersuaäeut sibi Cäsiumnun esse recisurum, eliamsi ipss alter ^tlas, suis illuil trume-ris von suMcial." Saluz an Bullinger, 23. Februar 1552. —Für diese rauhen Berge fühlt' er sich nicht geboren. Brief anGwalter, April 1551. — De Porta 147, 158, 252. — MeinFreund, Ferd. Meyer, oft mein Führer in diesem Kapitel, hatVergerio mit einem ausgezeichneten Scharfsinn beurtheilt.