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und jede bat, das Evangelium Zesu Christi anzunehmenAllerdings gab es kein Fest, wobei der Gottesmann hättefehlen dürfen; beim Mahle nahm er den ersten Platzein: allein, um sich die Gunst des Volkes zu erhalten,hatte er in feinen Kanzelvorträgen gegen Diebstahl oderHexerei auftreten sollen, nicht gegen die Trunkenheit.Die Sprache der Wahrheit galt für Hochmuth, Ge-schmeidigkeit hingegen für Demuth. Die Gemeinden über-traten fast alle das insgesammt erlassene Gesetz, keinemGeistlichen die Kanzel anzuvertrauen, der nicht von derSynode geprüft worden wäre. Meist schien die schwacheStimme der Pfarrer im Tumulte der das Land bewegendenParteien zu verhallen. Daß sie dennoch Eindruck machte,beweist die Vergleichung der neuen Kirche mit der alten.Die dürftig gekleideten Pfarrer, die den Pflug verließen,um mit dem Evangelium die Kanzel zu besteigen, stan-den in höherem Ansehen, als der Bischof, dessen Lebenweniger feiner Lehre entsprach. Zn den Armen einerBuhlerin hatte Bischof Zter die Achtung des Volkesverloren. Nach feinem Tode^) wurde die Wahl zueinem Kampfe zwischen den politischen Parteien, odervielmehr den Familien Salis und Planta. Bartholomäusvon Salis, der am sichersten durch Gewalt zu seinemZiele zu kommen glaubte, ließ feinen Mitbewerber in einKloster sperren^). Aber am römischen Hofe von den
28) In mancher Gemeinde, wo der Priester 100 Kronen Einkünfte hatte,gab man dem Prediger 20. Saluz an Bullinger, 5. März 1553.Man stellte diesen nur für ein Jahr an, und wenn ein andererPrediger nm einige Kronen minder dienen wollte, so war er derMann des Volks. Fabricius an Bullinger, 9. März 1558.
30) Regula.
31) 1549.
32) Im Müfferkriege hatte Salis, im Treffen zu Delebbio , eilf Feinde