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in Zwiespalt gerathen. Er hatte die Bündtner, die sichnur in traulichen Gesprächen erschließen, mit einer un-verschämten Zudringlichkeit beleidigt. Als trüg' er noch dieBischofsmütze, wollte er ihre Kirchen beaufsichtigen, ihrePfarrer entlassen und einsetzen ^°). Er warf sich zum Ver-theidiger der italienischen Kirchen auf, und begehrte fürdieselben eine eigene Synode. Man wußte, daß der Kai-ser, seitdem er Mailand besaß, auch mit dem Veltlin, wel-ches Deutschland und Italien verknüpfte, sich viel beschäf-tigte, und man glaubte zu bemerken, daß sich Vergeriozur Bearbeitung der Landschaft gebrauchen lasse^). Diegereizte Stimmung zwang ihn, sich zu entfernen^).
Aber die Besorgnisse der Bündtner hörten mit seinerAbreise nicht auf. Der Kaiser hatte ihnen, zur Strafefür die Erneuerung ihrer Vertrage mit Frankreich , diemailändischen Märkte gesperrt, ja dem Medicis, widerdie Verträge, Musso zurückgegeben. Mönche durchzogendas Land, geißelten sich, eiferten wider die Ketzerei undbeunruhigten die Gemüther""). Diese Bewegungen, ver-bunden mit jenen, welche der Rationalismus der italieni-schen Flüchtlinge veranlaßte, bestimmten die Bündtnerzur Aufhebung der gesetzlich gewährten Freiheit des Got-tesdienstes^"). Den fremden Predigern wurde verboten,
36) Meyer. I. 68.
37) Tiraboschi , VII. — Cantu führt das Leben Gonzaga's von Gosse-lino, seinem Sekretair. an. Gouzaga hatte den Befehl erhalten,mit Bergerio eine Intrigue anzuknüpfen. Vergerio's Briefe.April 1550.
391 Wie zur Zeit des Einfalls des Kastellans von Musso.
40) 1551. — Meyer berichtigt den ungenauen De Porta II- 49, mitseiner vorzüglichen Treue. Er stützt sich dabei auf Briefe, dieMartinengo an Bullinger schrieb. 31. Augnst und 5. Oct. 1551.Simml. Sammlung.